ALMORA – Shehrazad CD

15,50

Almora werden gerne u.a. als „Symphonic Metal Band” beschrieben, was nach meinem Gutdünken völlig unpassend ist. Treffender wäre eine Einordnung im Bereich des folkloristischen Metals, schlagen sie doch in eine ähnliche Kerbe wie seinerzeit die legendären Knight Errant (was keine allzu große Überraschung ist, da sich mit Soner und Burak Canözer gleich zwei bekannte Gesichter im Line-Up befinden). Almora adaptieren neben dem klassischen Instrumentarium (Gitarre, Bass, Drums) auch Flöten, Violinen, Celli, Oboen und eine Sopran-Stimme. Ein breiter Spielraum, den die zwei Damen und fünf Herren aber so was von gnadenlos ausnutzen.Von den beiden Vorgängerscheiben bis hierhin hat eine gewaltige Entwicklung stattgefunden, härter, wuchtiger sind sie geworden, lassen dabei den folkigen Elementen einen noch größeren Spielraum. Gesanglich bleibt alles beim alten, melodische männliche und weibliche Vocals rauben Dir die Sinne mit ihren mystifizierenden Gesangslinien. Almora wissen den Bombast zu nutzen, ohne sich von ihm benutzen zu lassen. Hier ist eine ganz große Band am Start, das merkt man gleich. Ich erachte sie für verdammt progressiv und einigen der großen 70er Folkrocklegenden wie Renaissance näher als den aktuellen Gothmetal – und Heavygothpopmuschis wie Evanesence , Nightwish oder Within Temptation, die ich im Grunde für ganz okay und hörbar erachte, denen ich aber den Tiefgang der türkischen Folkmetaller absprechen möchte. Alleine der lebendige, pulsierende Klang der Scheibe wirft Dich um. Nochmals zum Gesang zurück. Die weiblichen Parts haben eher den Charakter der Sängerinnen bei traditionellen Folklorebands aus dem keltischen Raum, dieses Operngetröte und Elfengesäusele der oben genannten Superstars bleibt vollkommen außen vor. Almora habe ich mal als türkische Antwort auf Mägo de Oz bezeichnet und kann diesem Statement getrost die ew’ge treue schwören, denn ebenso liebevoll wie die Iberen gestalten die Osmanen ihre Stücke aufwendig, detailliert, geben ihnen Persönlichkeit und entfachen mit ihnen ein klangliches Feuerwerk an metallischer Wucht. Abwechslung ist natürlich Trumph hier, so kommen neben den knallharten Stahleinlagen auch mal rein vom den Streichinstrumenten bestrittene Etappen vor. Allem ist eines gemein, die unheimlich eindringlichen und zutiefst mystischen Melodiebögen. Herrlich, man kann hierin so leidenschaftlich schwelgen, daß man um sich herum die Welt vergisst. Almora halten sich fern von jedem digitalen Sound, was ein weiterer Pluspunkt der Türken ist, denn so zeigen sie den Hörern, was sie denn wirklich drauf haben. Irrsinnig sind dann die „Maiden auf Folk“ Parts, die hier und dort eingestreut werden und jedem Metalfreak eigentlich eisige Schauer der Begeisterung über den Rücken laufen lassen sollten. Übrigens singen Almora auch mal in der Landessprache, was zwar kein normaler Mensch versteht, aber gerade den eigenwilligen Charakter der Türken ausmacht. Almora sind eine außergewöhnliche Truppe, die Euren Support verdient hat. Weg mit den True Metal Schranken und kaufen!

Sir Lord Doom

drittes Album!

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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