DARK QUARTERER – Symbols CD

15,50

Die 80er, das dunkle Jahrzehnt für den Prog. Im Grunde genommen kann man dies durchaus behaupten. Gerade dort, wo einstmals gesunde Hochkulturen progressiv – kunstvoller Rockmusik standen, war der Niedergang sehr deutlich spürbar. So u.a. in Italien, wo die einst stolzen Ikonen des Progrock sich mit unterirdischer Pop –, Schlager – und Discomusik über Wasser hielten, zum Teil sogar beachtliche Erfolge feierten, wie Banco Del Mutuo Soccorso. Ganz von diesem unsäglichen Treiben überschattet, machte sich eine zweite Welle daran, den guten Italoprog in leicht modifizierter Fassung erfrischt aufleben zu lassen. Adramelch, die ihrerseits neben dem verspielten Italoprog noch einen Hang zu episch – märchenhaftem Powermetal offenbarten und die eben hier besprochenen Dark Quarterer waren mit die wichtigsten Akteure dieser zweiten Welle gut zwanzig Jahre nach der ersten. Das Debüt von Dark Quarterer 1987 war noch sehr roh und ruppig, vom Klang her, nicht vom Stil, der damals schon eine sehr feine Mixtur aus nachdenklich stimmender britischer Artrocktheatralik und Neoprogmelancholie Marke Genesis (mit Gabriel) und Marillion, komplexem Heavyrock a la Rush und düsterem Heavymetal ebenfalls britischer Prägung zwischen Sabbath, Angelwitch und Witchfinder General darstellte, die über die Jahre hinweg immer aktualisiert und intensiviert wurde. Nun ist man beim fünften Studioalbum angelangt, einundzwanzig Jahre nach dem Debüt. Und dieses Machwerk hat es erneut in sich. Mit dem Alter, Gianni Nepi und Paolo Ninci, die kreativen Köpfe und steten Originale der Band, haben die Mitte der 50 bereits erreicht oder zumindest anvisiert, präsentiert sich die Band nicht weniger verschroben. Der doch wesentlich jüngere Gitarrenknecht trägt natürlich sein Scherflein dazu bei, Dark Quarterer aktuell klingen zu lassen, während beiden Progopas den Kunstrocktraditionen mit fast schon besessen zu nennender Hingabe fröhnen. Die hierdurch erzeugte kreative Spannung entlädt sich in bissigen, verdrehten, oft düster anmutenden Stücken, die vor Leidenschaft, aber auch vor Tragik überzukochen scheinen, ganz ähnlich wie schon das 2002 erschienene „Violence“ Album. Liebe wird aus Schmerz geboren, ebenso wird gigantische Musik oft im Zustand von Agonie und Trübsal komponiert. So lebensfroh die Dark Quarterer Dudes auch scheinen, der dunkle Teil ihrer Seele schreibt die Songs. Immer noch herrschen hier verquere Instrumentaldarbietungen und eigenartiger, sehr charismatischer, wenn auch irgendwie quäkiger Gesang vor, die zusammen Melodien ausspeien, welche zunächst verwegen sperrig wirken mögen, dann aber sämtliche Sinne blockieren mit ihrer Anmut. Ich will der Band gar keine Kopflastigkeit unterstellen, dafür geht es bei den Rhythmen und Riffs so ultimativ heavy und packend zu, daß einem oft schwindelig werden möchte. Morsecodeläufe, wie sie im modernen Prog eigentlich schon Standardstilmittel darstellen, werden hier bewußt ignoriert. Die Songkomponenten von Dark Quarterer Epen haben einen ganz eigenen, magischen Fluß. Oh, diese Scheibe schreit nach intensiver Hingabe seitens des Hörers. Wer geschmeidigen Popmetal hören möchte, der darf sich gleich anderen Acts widmen. Es braucht seine Zeit, bis man die meisten wundervollen Details dieses Kunstwerkes entdeckt, verstanden und mit ihnen seinen Geist bereichert hat, wer aber die Geduld aufbringt, der wird fürstlich belohnt. My Graveyard Productions werfen hier nach der neuen Manilla Road schon die zweite heldenhafte Verneigung des Metals vor dem magiegetriebenen Urprog der 70er innerhalb weniger Monate auf den Markt und ich muß sagen, daß sich beide Alben sehr gut in einer guten Plattensammlung machen, jedes auf seine ureigene Art. Definitiv ein Top 5 Anwärter 2008. Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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