DOOMRAISER – Mountains of madness – digipak CD

17,00

Wenn bei Neapel der Vesuv ausbricht und die Lava die Berghänge brodelnd, dampfend und alles zermalmend heruntergewalzt kommt, dürfte das eine ähnliche Atmosphäre besitzen wie das dritte Album der trunksüchtigen Römer DOOMRAISER, „Mountains of madness“. Beim titelgebenden Einstieg kann man passagenweise ja durch den bleiern wuchtigen, aber lässig groovigen Drive und von bluesigem Rock beeinflussten Läufen in Verbund mit dem schwerst hypnotischen Doomgebrumme hervorgerufen an Stonersounds denken wollen. Was natürlich kompletter Unsinn ist. Hier steppt der Doombär auf geradezu betörend intensiv und das macht sich im hinteren Songteil bemerkbar. Umso doomiger und epischer ist dann „Phoenix“. Es beginnt ruhig, mit unverzerrten Gitarrenläufen und dunklem, aber entspanntem Gesang, gleich einer Psychedelicnummer vor über vierzig Jahren. Die Grundmelodie ist sehnsuchtsvoll und höchst gefühlsintensiv, was spätestens bei der Eruption in Heavygefilde hinein bemerkbar wird. So verharrt das Stück zwar bei nur wenigen Melodievariationen, aber durch eine kontinuierliche Steigerung der Intensität wird es im Laufe seiner fast dreizehn Minuten Spielzeit stets frisch und mitreißend klingen. Einen locker rollenden Beat hat „Re connect“ und stellt den Bezug zum ursprünglichen 70er Heavyrock wieder her. Ein paar lockere, etwas weniger treibende Momente bilden den Refrain, der ein schönes, das Blut zum Kochen bringendes Solo mit sich führt, dann wird es schleppend und mystisch. Die sehr theatralische, obschon erdige, an viele alte Heavyrocksänger gemahnende Stimmakrobatik des Frontmannes bringt jedoch eine Menge Eingängigkeit ins Spiel und reißt diese Passage förmlich vom Extremen in Gefilde klassischen Powerrocks. Natürlich spielen DOOMRAISER hier mit der Monotonie als Stilmittel und sie wissen genau, wieviel davon richtig ist. „Vampires of the sun“ ist ein weiterer schöner treibender Rocker mit erdigem Ausdruck. Ich denke, dass DOOMRAISER gar nicht darauf epicht sind, von den ganzen Ultrahardlinern im Doom so furchtbar geliebt zu werden, obschon das machbar ist. Die schleppenden Momente sind da, vereinen sich spirituell mit dem donnernden und tosenden Rock. Meinetwegen ist das hier Heavyrock, wenn die COTD Freaks es meinten, aber ich bleibe dabei, es ist gigantisch. Grandios sind die bluesig – psychedelischen Einlagen, die von der Stimmung her an Bands wie die DOORS oder aktuelle Kapellen wie THE FLYING EYES gemahnen, nur ohne Orgelschnickschnack. Ja, Orgelsounds oder andere Keyboards sind bei DOOMRAISER mal ein Farbtupfer, aber die Axt regiert mit brummenden, knirschenden Riffs. Die Musik kommt insgesamt sehr direkt und heavy über alles. Und sie haben diesen gewissen jammigen Charakter, all ihre Songs, sie fließen so natürlich, sie brodeln und blubbern, durchdringen Dich mit intensivem Duft nach magischem Rauch. Doom, Heavypsyche, Heavyrock, ja, meine Güte, wie bei BLACK SABBATH vor vierzig Jahren oder bei Gruppen wie BUFFALO (Australien) oder BANG oder JOSEFUS ist alles dabei. Und das wird dann auch im spacig rockigen „Like a ghost“ wieder deutlich. Auch hier bekommt der Doom seine Treibladungen aus Psychedelic und Spacerock verpasst, damit auch alles funktioniert und die Melodien sind einfach, aber höchst eindringlich, höchst effektiv dabei, dem Hörer einen angenehmen Grusel zu verpassen. Gerade die textlosen „Lalala“ Chöre am Ende des Stückes von jungen Frauen intoniert sind der Wahnsinn an Horroratmosphäre. Die alten Meister Italiens aus den 70ern lassen grüßen. DOOMRAISER folgen auf ihrem dritten vollen Album erneut ihrem ganz eigenen Weg von Trends und Dogmen der Truefraktion völlig unbeeindruckt. Nennt es DOOM, nennt es Heavyrock, egal, es ist grandios, insbesondere der Schluss. Und die Mitte, wobei, auch der Anfang. Tolle Scheibe, durch und durch, ganz klassisch, ganz urtraditionell, aber eigensinnig und frisch.

Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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