DUNGEON – One step beyond CD

26,00

Tja, da sind sie wieder, die Aussies, schon das soundsovielte Album der Band um Ausnahmeröhre Lord Tim. Ich muß ganz ehrlich sein, auch wenn mich das Metalsubgenre in dem sie sich bewegen, der melodische Powermetal geradliniger Natur, eigentlich nur noch kalt lässt, Dungeon bringen mir den Spaß an dieser Musik zurück. Sie haben zwar ähnliche Ansätze wie die Europäer, gerade bei den Refrains benutzen sie gerne schön fette Chöre, aber ihre bestialisch hart donnernden Gitarren, die tosenden, schnurgeraden Rhythmen, die wilden und doch durchdacht wirkenden Leads und furiosen Soli und der ebenso helle und glasklare wie kraftvoll wütende Sirenengesang lassen mich aufhorchen. Gibt es das noch? Grob geschätzt bewegen sie sich in der Schnittmenge aus Judas Priests „Painkiller“ Album, was den scharfkantigen Sound, die allgemeinen Härtegrade und die straighte Wucht, sowie die oft mystisch dunkle Atmosphäre in den Songs angeht und Hammerfalls „Glory to the brave“ vom Aspekt der eingängigen, geschliffenen und doch tiefgründigen Melodien und der Hymnenhaftigkeit her. „KOMMERZ!!!“ mag nun manch ein Metalhead schreien, aber er wird garantiert verstummen, sobald die ersten packend komponierten und arrangierten und dabei so bestialisch harten Gitarrenattacken seine Seele perforieren. Dungeon sind purer Powermetal ohne wenn und aber, haben aber ein Händchen für eine gewisse unaufdringliche Kommerzialität. Spielerisch lassen sie sich nichts vormachen, klangtechnisch ist das Album einerseits sauber, fett und transparent, andererseits erfüllt mit lebendiger Magie und infernalischer Leidenschaft. Kommen diese Aspekte zusammen, ergibt sich feinster Melodicpowermetal, der seinem Namen noch gerecht wird, denn POWER hat diese Scheibe ohne Ende. Die Riffs mögen straight aus den Boxen trümmern, aber sie zeigen Charakter und lassen Spannung entstehen. Dungeon machen all das richtig, was viele Europäer und gerade viele Krauter ganz und gar nicht auf die Reihe bekommen, sie schlagen eine Brücke vom neueren Melodicmetal zum originalen Powermetal, befriedigen beide Seiten und widersetzen sich dem allgemeingültigen sterilen Digitalsound. Besonders grandios, wenngleich auch nicht besser als die ohnehin wunderbaren Eigenkompositionen, ist dann das Bonusschmankerl in Form einer „Flash Gordon“ Coverversion, natürlich im Original von keiner geringeren Band als Queen stammend. Brian May kann stolz auf seine Nachfolger und Jünger sein, Dungeon haben den Song wirklich sehr gelungen adaptiert. Zwischen den härteren und zuweilen recht speedigen Krachern zelebrieren sie gerne entspannte Mid Tempo Banger, zu denen sich wundervoll die Faust gen Valhall recken lässt. Abwechslung ist also auch kein Fremdwort hier. Gut, sehr gut. Freunde von knackigem und doch eingängigem Material sollten sich nicht lange bitten lassen. Was Leatherwolf vor fast zwanzig Jahren konnten, das schaffen Dungeon heute: Die Verschmelzung von Powermetal mit melodischem Rock!

Sir Lord Doom

Japan Import, 3 Bonustracks

Artikelnummer: 10749 Kategorie: Schlagwörter: ,

CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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