ENCHANTER – Secrets Vol. 1 & Symbols in stone CD

15,50

Nun wird es aber verdammt kultig. Das „Symbols in stone“ Album der Amis Enchanter haben wir ja vor geraumer Zeit schon im Programm gehabt und es war ein ziehmlicher Renner unter den Freunden mystischer Metalsounds a la MANILLA ROAD und LAZARUS SIN, aufgepeppt mit einem Schuß alter OMEN. Grober Vergleich, Freunde, denn ENCHANTER haben hier Stücke geschrieben, die nicht von dieser Welt sind. Grandioseste Melodien von immenser spiritueller Kraft und epischer Größe, abwechslungsreiche Songs mit Seele, ein sehr exaktes Zusammenspiel und ein sehr charismatischer Ausdruck des Gesamtwerkes wissen jeden Fan von Musik abseits der Mainstreamstandards mit sich zu reißen. Kurz darauf erschien ein zweites Album in Eigenregie, leider kam „Secrets Vol. 1“ nie über den großen Teich zu uns geschippert. Die Musik hatte kaum spürbar verändert, war zwar immer noch nahe am mystischen Heavy Metal und epischen Hardrock der späten 70er und 80er, eventuell ein wenig erdiger und rockiger dabei, also eher „INVASION“ und „METAL“ als „OPEN THE GATES“ und „THE DELUGE“ meets „BATTLE CRY“, aber sehr eindringlich und magisch. Grandiose Balladen standen neben verrückten Heavyrockern und wußten den Hörer zu überzeugen. Nun, sie hätten ihn überzeugt, wenn die Scheibe es denn zu uns geschafft hätte, aber das Schicksal wollte es nicht so. Es wurde still um ENCHANTER, bis letztendlich das rührige PURE STEEL Label beide längst vergriffenen Alben als Extralangspiel CD wiederveröffentlichten. Und das ist noch nicht so lange her. Das etwas erdigere und doch für diese Band typische „Secrets Vol. 1“ Album steht an erster Stelle und verzaubert den Hörer augenblicklich. Hier wurden BLACK SABBATH und BLUE ÖYSTER CULT in ihren magischsten Augenblicken miteinander verschmolzen, bei den treibenderen Songs mit der bodenständigen Power von ARMORED SAINT und noch mehr NWoBHM Feeling versehen. Die Leadgitarren werden hierbei ebenso charismatisch gezupft wie der Sänger seine Stimmbänder in Szene setzt. Standardphrasen sucht man vergebens. Doomige Mystik, hardrockige Coolness, ein Schwelgen in tiefsten Emotionen während balladesker Momente, das alles verzaubert Dich garantiert. Aber Du weißt ja noch gar nicht, was Dir nach dem Verklingen der letzten Riffs auf „Secrets Vol. 1“ droht. Der absolute mystickal magickal Epic Metal Overkill. „Symbols in stone“ ist noch wilder, noch verspielter und verwinkelter und doch so eindringlich und so gut nachvollziehbar, daß man gar nicht auf die Idee kommen wird, hier könnten Stücke zu sperrig sein, um sie tief in sich aufzusaugen und sich von ihnen inspirieren zu lassen. Mag sein, daß soviel reales Gefühl dem einen oder anderen Trümmermetalnerd oder Popmetaldeppen nicht bekommt und ein solcher dann an seiner eigenen Emotionsunfähigkeit erstickt, was bei einem Auftritt dieser Band auf größeren Festivals wohl Auswirkungen wie beim 2004er Weihnachts Tsunami haben, den Genpool also von einer ganzen Menge schlechten Karmas befreien würde. Truemetallisch intoleranter Spaß mal beiseite, aber diese Band ist wahrlich zu großartig für diesen Planeten und schreibt nebenbei noch Songs für die Ewigkeit, die in den seligen 70ern zu Megasellern avanciert wären. Ja, ENCHANTER haben den Geist der 70er, allerdings mit dem richtigen Gespür für Heavy Metal dargebracht. Hier passiert enorm viel und doch braucht der Nichtakademiker keine Sorge zu haben, die Musik eventuell nicht verstehen zu können. Der Song an sich steht bei ENCHANTER, ähnlich wie bei MANILLA ROAD, im Vordergrund. Es spricht natürlich für den schlechten Geschmack der meisten sogenannten Metalfans und der dümmlichen Ignoranz der Major – und Trendmagazine ihnen nachhechelnden Konsensfan – und – webzines, daß sich diese Band bislang nicht wirklich durchsetzen konnte. Zuviel Tiefgang und Magie sind eben nichts für den schlichten Konsumentengeist. Egal, ich reg mich schon wieder drüber auf, aber statt Happy Trällermetal, glattgebügelten Digitalschönklang ohne Seele und ABBA – mässige Hymnen (finde ich ja sehr geil, aber dann bitte das Original als Popact und keine Pseudometalband) mit verzerrten Gitarren und idiotischen Gesangsmelodien vorgesetzt zu bekommen, würde ich mich über mehr Kreativität im Stile ENCHANTERS doch freuen. Andererseits bleiben Bands wie ENCHANTER, SLOUGH FEG und SEASONS OF THE WOLF somit Ausnahmeerscheinungen und darum eben umso wertvoller, wenn die Szene nicht mit Klonen überlaufen ist. Wie man es nun auch drehen und wenden möchte, ENCHANTER gehören zu den großartigsten Truppen, welche der aktuelle Metal herzugeben hat. Soviele typische Elemente man auch verbraten hat, sowenig Rücksicht nimmt die Truppe beim Komponieren auf Szenedogmen. Wenn es möglich wäre, diese Band aus dem Untergrund mit solchem Sound in die Charts zu pushen, ich gäbe meine linke Hand dafür (onaniert wird bei mir eh mit der Rechten). Diese Reissue ist trotz der noch relativ kurzen Zeitspanne zu den Erstveröffentlichungen (5 Jahre bei „Secrets“, 7 Jahre bei „Symbols“) auf dem Level von altehrwürdigen Megaklassikern des harten Rocks. Wer nun nicht zuschlägt, der darf sich ein zweites Loch in den Ar…llerwertesten ärgern und weiter ohne Erleuchtung dahindämmern!
Sir Lord Doom

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Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

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