GASKIN – Stand or fall CD

15,50

HELL YEAH! Vor langer, langer Zeit gab es mal während einer Bewegung, die sich NWoBHM nannte, ein kleines Label namens Rondelet, wo u.a. die begnadeten Okkultrocker Witchfynde und die Hardrockband Heritage geniale und heutzutage schweinerare Alben veröffentlicht haben. Zeitgleich hatten Rondelet eine weitere Band am Start, die gute Aussichten auf eine lange und erfolgreiche Karrriere im HEAVY METAL Business hätte haben sollen: GASKIN. Benannt nach Bandchef Paul Gaskin bot dieses Trio (Debütalbum) bzw Quartett (2.LP) melodischen, leicht progressiven Metal (nicht mit dem heutigen Dream Theater – Stil gleichzusetzen), die vor hymnischen Melodien und Ideenreichtum nur so strotzten. Leider waren 'End of the World' und 'No Way out' nicht die von der Masse besonders offenherzig aufgenommenen neuen Objekte der Begierde und so lösten sich Gaskin Mitte der Achtziger wieder auf. Da beide Scheiben jedoch ihren Kultstatus bei eingefleischten Untergrundmetallern und Sammlern beibehielten und sich nun zum Ende dieses Jahrzehnts hin ein erneutes Interesse an traditionellen Hardrock – und Metalbands auftut, wagt es der gute Paul nochmals, mit seinem Bandprojekt und neuem Album die Rockwelt aufzumischen. So, here we go!

'The Man is back' bricht es aus den Lautsprechern heraus, kräftige Riffs, leicht durchgetretenes Gaspedal, tolle Stimme, Gaskin, wie gehabt. 'Tomorrow Today' ist melodischer, langsamer und immernoch typisch Gaskin. Hardrockig geht es in die dritte Runde. 'Still got the Hunger' nennt sich das kleine Miststück, das irgendwo zwischen Diamond Head (remember 'In the Heat of the Night') und eben Gaskin liegt. Die angenehm mittelhohe Stimme des Sängers paßt bei dieser angebluesten Nummer wie die Faust aufs Auge. Angebluest? Versteht mich nicht falsch, versteht mich am besten gar nicht, hört selbst! Ein cooler Beat, eine coole Melodie, seelenvoll gespielte Riffs und Licks, tolle Soli, Hardrock alter Schule. Next song, please! Schon das geile Openingriff läßt die Laune automatisch über den Schmelzpunkt jeglicher Hemmungen steigen. 'Don't talk about Love', well, ist gebongt, laßt uns über HEAVY METAL reden. Ganz so metallisch ist dieser Track nicht. Hardrock, es bleibt dabei, Hardrock der so klingt, wie er damals, so Anno 1982 geklungen hat. Die genialen Vocallines sollten doch jeden Heavyrocker zum dahinschmelzen bringen. 'City of Lights' schließt sich an und legt ein Brikett an Power drauf. Nein, wie alte Metal Church oder gar Slayer bollern Gaskin nicht, haben sie ja auch nie getan. Dieser Song hätte gut auf eine der beiden alten Scheiben gepaßt, ohne dabei großartig aus dem Rahmen zu fallen. Man spürt eine großartige Wärme, ausgestrahlt vom Temperament der Burschen. 'Only the Brave' beginnt balladesk und verbreitet eine unheimlich dichte und dunkelromantische Atmosphäre. Gesanglich werden hier alle Register der Emotionen gezogen. Schrrrrrang! Schon setzt eine fette Gitarre ein und es wird losgerockt. Es scheint der bisherige Höhepunkt zu sein, welch ein geiler Refrain, welch dramatische Melodie, welch gekonnt abgespultes Riffing Das Powerlevel wird gehalten. Ein weiterer fetziger Hardrocker im alten Stil, der Titelsong, geht Euch direkt in die Beine und läßt Euch allen Streß und Ärger vergessen. 'Breaking my Heart' ist trotz des Klischeetitels keine Pussyballade, sondern ein mit superberm Synthiebackground eingemörtelter NWoBHM – Heavyprogsong, dessen fesselnde Melodie sich mit Widerhaken im Brägen festkrallt. Man kann dem Shouter seinen Schmerz richtig anhören, wie leidenschaftlich er den Refrain intoniert: 'Breaking my heaaaaaart!' Ach, seufz! Wahrscheinlich ist ihm die Endstufe seiner Gesangsanlage durchgebrannt. 'England my England' klingt zwar wie ein Skrewdriver – Titel, doch wollen wir Gaskin nun mal nichts unterstellen, nur weil wir uns selbst dazu verdammen, uns unserer Wurzeln zu schämen. PC sucks! Also, 'England my England', eine mit bezaubernden Gitarrenklängen epischer Machart unterlegte Reise durch eine wundervolle Hecken -, Knick -, Weiden – und wieder Heckenlandschaft, die ab und zu von Chemie ' und Stahlwerken, sowie von Kohlehalden durchbrochen wird. 'EmE' könnte sich zu einer neuen Bandhymne mausern, bis ins kleinste Detail ist dieser Song ein melodischer Heavyrock – Kracher. Wie banal erscheint dagegen fast der bodenständige Rocksong 'Take 'em off'. Nein, schlecht ist auch er beileibe nicht, zeitloser, etwas biederer Hardrock. Gut anhörbar, jedoch kein absolutes Highlight. Durchschnitt nennt man sowas wohl. Im Gegensatz zu Noisecoreschrott a la Coal Chamber oder Soulfly oder Primitivgrungepop wie Silverchair ist so ein traditionelles Stück Rock 'n' Roll eine verdammt feine Sache. Ja, ich bin intolerant und stolz darauf! 'Still in Love'! Bin ich auch. Mit allen Platten meiner nicht ganz kleinen Sammlung. Gut, meine Freundin, naja, einer muß ja zurückstecken, warum sollen das meine Platten sein. Frauen kommen und gehen, HEAVY METAL und artverwandte Kultmusik bleibt treu! Zurück zur am Anfang dieses Wortgeflechtes erwähnten Ballade. 'Kitschig aber schön' lautet die Devise, die richtige Nummer zur Nummer, äh, na Ihr wißt schon. Raußschmeißer ist auf 'Stand or fall' ein Heavyrocker namens 'Why the Gun?', der durch eine dramatische Melodie und guten, emotionalen Gesang auffällt und ein gelungenes Album beschließt, ein sogar sehr gutes Album, das eine Menge hardrockender Fans beglücken dürfte, sofern sie denn die frohe Kunde von der Aufertsehung erreicht. Nein, die CD erscheint noch vor Ostern. Also, schickt die Jungs auf große Tour und laßt die Fans das Feuer der Leidenschaft spüren. Alte Liebe rostet nie und alte Helden können so schöne, zeitlose Musik machen, wenn sie denn nur wollen!

Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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