MANILLA ROAD – Gates of fire CD

15,50

Wurde ja auch mal Zeit, daß Mark Shelton und seine in den letzten Jahren leider öfter wechselnde Begleitband aka Manilla Road sich wieder die Ehre geben und uns ein neues Album um die Ohren hauen. Die Herrschaften aus Wichita / Kansas haben auf den vorherigen beiden Alben ihren Stil für das neue Jahrtausend kultiviert, fort vom geradlinigen Heavymetal, fort vom Thrash der späten 80er, auch fort von den wüsten Experimenten des 92er „Circus Maximus“ Projektes. Seit nunmehr vier Jahren sitzt man fest im Sattel des epischen Metals, der sich in ausladenden Songarrangements, einem Wechselspiel der Dynamiken und vielen Endlossoli dem Hörer offenbart. Wirklich schnelle Stücke gibt es nicht mehr, Manilla Road donnern schwerfällig im Mid Tempo dahin oder fließen entspannt in den ruhigeren Parts aus den Boxen. Zu schön. Auch wenn das die Platten nicht unbedingt eingängiger macht, es hat seine Wirkung auf den Hörer. Die harten Passagen zermalmen mit ihrer Wucht Deine Seele, während die atmosphärischen bis verträumten Momente, derer es auf „Gates of Fire“ einige gibt, Dich einspinnen in einen Cocon aus Magie. Unterteilt ist das Album in drei Episoden zu je drei Songs, die ganz die jeweilige Stimmung der von ihnen erzählten Geschichte musikalisch umsetzen. Die Unterschiede zu den Vorgängerscheiben bestehen darin, dass „Gates Of Fire“ für mein Empfinden härter aber auch eingängiger ist als „Spiral Castle“, dafür aber streckenweise ein wenig klassischer als „Atlantis Rising“. Der knallharte Opener „Riddle of Steel“ könnte durchaus noch von der „Atlantis Rising“ stammen, er ist hart, er ist brutal und direkt, wie so manche Passage auf jenem epischen Werk über die Auferstehung eines mystischen Landes. Die Vocals sind herbe, haßerfülltes Grollen, welches hin und wieder in sirenenhafte Höhenflüge umschlägt. Metal pur eben. Es ist der seit dem Jahrtausendwechsel an Mark Sheltons Seite streitende Bryan Patrick, auch als „Hellroadie“ bekannt, der hier den Leadgesang übernommen hat und er scheint dasselbe Timbre wie der Altmeister zu besitzen, nicht nur das, er lässt selbst die härtesten Momente charakter – und ausdrucksstark erscheinen. Alle Achtung. Nach dem Opener wird man mitgezogen, da ist ein wunderschönes akustisches Stück, bei dem auch Mark noch zeigen kann, daß er nichts verlernt hat, da sind vor Lust und Leidenschaft brodelnde, alles zermalmende Riffs und vollkommen irre, nie geradlinige und doch immer den Takt treffende Rhythmen von Cory Christner, dem blutjungen Drummer mit seinen gerade 20 Jahren auf dem Buckel. Gerade bei den langen und längsten Songs hier spielt sich die Band in einen Rausch, aus dem wieder in die triste, graue Realität zurückzufinden schier unmöglich ist. Ich kann nicht sagen, welche der Trilogien hier meinen Nerv am besten trifft, Manilla Road saugen mich auf, spirituell, emotional, beinahe physisch. Auch dieses Album wird man oft hören müssen, bevor es sich in seiner majestätischen Pracht erschließt. Manilla Road sind auch hier mehr als nur Heavy Metal, sie machen Musik, große Musik, die aber immer den Geist des Stahls atmet. Wer vor 20 Jahren Werke wie „The Deluge“ und „Open the Gates“ genial gefunden hat, den wird „Gates of Fire“ wieder umhauen. „Open the Gates“, fürwahr, denn die Fluttore des Metal haben sich wieder geöffnet. Vorbei sind die Zeiten langweiliger, glattgebügelter Trendsounds, welche bei den Roadies ja zum Glück niemals Einzug gefunden haben. Das Klangbild ist roh wie die Hölle, was sicherlich von Anfang an die Kommerzmetaller abschrecken wird. Hört nur weiter Euren Symphonicmist und beehret uns mit Eurer Abwesenheit.

Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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