MANILLA ROAD – The deluge – rerelease CD

15,50

Kult, das gibt es doch gar nicht. Daß ich das noch erleben darf. Diese Band gehört zu Creme des anderen Metals, des Stahls, der seinen eigenen spirituellen Wegen gefolgt ist und imernoch folgt (das neue Album „Atlantis Rising“ ist ein epischer Oberhammer). Keine Band hat es bislang gewagt, den Pfad zu beschreiten, den Manilla Road flachgetrampelt haben. Alleine Mark Sheltons kauzige Vocals waren schon die halbe Miete. Diese nasale Stimmlage, diese tiefe Ausdruckskraft, das hat, selbst wenn Shelton kein technisch höchst begabter Kreischhals ist, mehr Magie als jeder klassisch ausgebildete Luftschutzheuler in den unzähligen Neoklassikspeedbands (das METAL klammere ich aus, das gehört da meistens nicht hin). Und das war noch nicht alles. Die verqueren Rhythmen, die Drumwizard Randy Foxe da aus seinem Kit zauberte, gingen zwar nicht straight in die Blutbahn, wie es eben bei den meisten geraden Heavyrockbands der Fall war, entwickelten sich jedoch im Laufe der Zeit zu kleinen Ohrwürmern, an denen alleine man schon die gerade angespielten Songs erkennen konnte. Schlagzeugmelodien? Nun ja, eher eigensinnige Rhythmuskonstruktionen, die alleine schon den Wiedererkennungswert der Songs bestimmen konnten. Doch dann kamen die Riffs, welche sich Meister Shelton da aus dem Handgelenk schüttelte. Den wilden Rhythmen in ihrer Verquerheit folgend schuf Mark Shelton hier irrwitzige Melodiegebilde, die dem unbedarften Hörer zumeist schwer im Magen lagen. Doch auch wenn alles seine Zeit braucht, nachdem man erst mal ein Gefühl für die eindringlichen Kompositionen entwickelt hat, werden einem alle Manilla Road Scheiben reingehen wie Öl. Furiose Leads und donnernde Bassgranaten entfachen einen Wirbelsturm der Emotionen im bewegten Innenleben des fasziniert lauschenden Metalfans. Einige getragene Passagen voll anmutiger Harmonien verzaubern den Metalfan und spinnen ihn ein in ein Netz aus mysteriösen Träumen. Doch eines kann man mit Manilla Road eben nicht, man kann sie nicht konsumieren, das war es, was ihnen damals verwehrt hat, zu den ganz großen Bands aufzusteigen, wohin sie zweifellos ob Ihrer irrwitzigen Kreativität gehörten. Heutzutage hat sich das alles jedoch rasant geändert und der etwas kauzigere Metal ist in einer Welt voller Trällerkombos gefragter denn je. Passend dazu gibt es von Underground Symphony diese Wiederveröffentlichung. Muß man haben!

Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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