SACRIFICE – The ones I condemned CD

15,50

Ja, so hab ich es mir gewünscht. Wenn schon alte Thrashhasen ein Comeback wagen, dann muß da Schmackes hinterstecken, es darf kein Kleckern sein, es sollte geklotzt werden. SACRIFICE aus Kanada sind dazu nicht einfach irgendwer. Die ersten vier Alben zwischen 1985 und 1993 wissen viel zu erzählen. Und nun kommt da tatsächlich Album Nummer Fünf, das Comeback nach sechzehn Jahren Funkstille. Lohnt es sich denn? Ich meine, so manch ein Thrashmaniac hat mehr als sehnsüchtig auf solch ein Album gewartet und je größer die Erwartungen sind, umso enttäuschter ist man in manchem Fall gewesen. Man gehe also mit Geduld an dieses Album heran und erforsche es bis in den kleinsten Winkel, dann wird man sich seiner wahren Größe bewusst. Dies ist sozusagen der THRASHBACK, den man bei SLAYER oder EXODUS lange schon schmerzlich vermisst. Hier bekommt man epische, majestätisch dahinkriechende Parts ebenso wie rasante, doch nicht übertrieben schnelle Abritte mit alles zersäbelnden Riffs, die so typisch sind für den einzig wahren Thrashmetal. Der Gesang, naja, das Geschrei des Shouters ist etwas schriller, jedoch nicht zu hysterisch, sondern herrlich wütend. Pures Charisma entströmt hier der Scheibe, was bei den Gesamtkompositionen nicht aufhört. Die Produktion ist unerhört kraftvoll, dabei sehr sauber und transparent. Ich verbitte mir aber die Behauptung, diese Platte wäre überproduziert, denn das ist sie nicht. Alle Instrumente hören sich auch wie sie selbst an, das Schlagzeug tost und donnergrollt wirklich detailverliebt, da hört man jeden Beckenschlag, während der Bass die Stücke stetig voranpumpt und das Herzblut eines jeden beteiligten Musikers durch die Adern der Kompositionen jagt. Spielerisch sind SACRIFICE natürlich nach zweieinhalb Jahrzehnten reif geworden, kompositorisch wagemutiger. Geradezu doomige Parts und ganze Songs in niedrigerer Geschwindigkeit stehen den wilden Attacken und speedigen Eruptionen entgegen, die wir seit den 80ern von SACRIFICE kennen. Es sind aber keine stumpfen Grooveparts ohne Seele, es sind mit gigantischen Gitarrenmelodien aufgepeppte, ausladend epische Momente. Wenn es dann flott und irrwitzig intensiv zur Sache geht und die brodelnden Soli Deinen Leib förmlich bersten lassen vor überkochender Leidenschaft, dann wirst Du dir darüber im klaren sein, dass Du hier einen der großartigsten Thrashmetalhammer der letzten Jahrzehnte vor Dir hast. Ja, SACRIFICE ist es nicht allein gelungen, die alten Stärken zu konservieren und fit für das nächste Jahrtausend zu machen, sie haben sich tatsächlich auf ein Level geschwungen, welches sie zuvor nicht immer erreichen konnten. Eingängigkeit und rasende Wut gehen hier Hand in Hand, klassische Schreddergitarren und spannende, sehr tief berührende Melodien treiben sich gegenseitig an. Dieses Album wird hoffentlich einige trendy oder schlicht SCHEISSE gewordene Altlasten der besten Thrashzeiten entgültig in den Ruhestand schicken. Die Brutalität dieser CD kennt keine Grenzen. Dem könnten vielleicht die Landsleute von RAZOR noch einen draufsetzen, ausgediente Knüppelmeister wie SLAYER hingegen sind da auch mit ihrer neuen Platte nurmehr ein „Angel of Plüsch“. Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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