SALEM SPADE – Witch hunt CD

15,50

1986 gegründet, irgendwann nach 1989 dann wohl zwischen Grunge – und Deathmetaltrendwelle im Nichts versunken, waren SALEM SPADE eine typische Powermetalband aus Colorado. Weniger technisch wie die Texaner, spielerisch aber über alle Zweifel erhaben, gesanglich immer sirenenhaft nach den höchsten Lagen strebend, haben sie mit dem hier verbratenen Material ein paar kleine Powermetaljuwelen geschaffen, die ihren Statesmen JAG PANZER zu Ehren gereichen würden. Der Sänger versucht sich sogar an einem ähnlich emotional exaltierten Timbre wie der Tyrant, was ihm auch gelingt, obschon er eine dünnere, rauere Stimme besitzt als die US Metallegende. Das Charisma ist hoch, verdammt hoch. Man spielt sich komplett durch die ersten beiden Demos von 88 und 89, hat dann aber vom dritten Demo zwei Songs zugunsten von drei Livevideos weggelassen, was ich so nicht nachvollziehen kann. Erstens ist es eine Sauerei, die Videos gleich an den Anfang der CD zu stellen, weil das ein elektronisches Quietschen und Knartschen gibt, das jedes Trommelfell zersprengen muss, außerdem fehlt mit „Sleepless“, dem Titelsong des dritten Demos ein ganzer Track. „Stagekill“ war ja schon auf dem zweiten Demo in einer anderen Version. Naja, schlagt mich für soviel Erbsenzählerei. Fakt ist, dass wir Powermetalfanatiker an diesem Album nicht vorbeikommen. Wunderschöne zweistimmige Gitarrenharmonien, ruhige Läufe von betörender atmosphärischer Dichte, dem schieren Wahnsinn nahe Gesangsmelodien, mystisch tiefe, majestätische Songs, ein wirklicher US Metalfreak muss sich dieses Package holen, allein um zu merken, wie beschissen der meiste neue Schlagermetal mit seinem Plastiksound doch ist. Der Sound hier ist eben demomässig ruppig, aber doch sehr klar. Für Headbanger ist das jedoch nebensächlich, da diese zuerst auf die Songs an sich hören und ihnen einfach einer abgehen wird. SALEM SPADE beschießen uns mit Hymnen am Stück, ohne dass da auch nur ein Track schwächelt. Es ist pure Magie, pure Leidenschaft. Die geradlinigere Ausrichtung macht natürlich auch klar, dass man mit höherer Eingängigkeit zu rechnen hat. Ach, herrlich, in diesen erhabenen Gesangsmelodien zu schwelgen ist anregend, aufwühlend, es erfüllt Dich mit spiritueller Kraft. Solche Bands wären heute öfter einmal gefragt, wenn es darum geht, die bedrohten Linien des echten Metals gegen die Trendhörigen und Konsensmetaller (die das Attribut METAL gar nicht verdienen) und all die Verrätertruppen zu verteidigen, die in immer gewaltigerer Anzahl unsere Stellungen berennen.
Sir Lord Doom

US Metal a la Jag Panzer

Artikelnummer: 16064 Kategorie: Schlagwörter: ,

CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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