SCAVENGER – Madness to our method CD

15,50

Irland schlägt zurück. Scavenger toben ja nun schon seit einigen Monden durch den irischen Powermetaluntergrund und haben sich einiges an Lorbeeren erspielt, nun halte ich endlich ein Album von ihnen in den Händen, welches einen vernünftigen Sound besitzt (kannte vorher nur gar grauslich klingende Demos). Ich weiß nicht, ob es vorher schon ein komplettes Scheibchen gegeben hat, aber das ist auch egal, wir konzentrieren uns halt auf das vorliegende Material. Es fällt auf, daß die Scheibe echte Growerqualitäten besitzt und mit jedem Anhören ein Stück besser gefällt. Geboten wird rauher Heavymetal, mittelschnell zumeist, mit vielen verspielteren Einlagen. Entfernt erinnert das an die Amihelden Twisted Tower Dire auf ihrem ersten Album. Solche Mucke hätte man von denen auf der dritten LP hören wollen, naja, egal. Scavenger erfüllen uns diesen Wunsch vorerst (noch ist die neue Tower ja nicht draußen) und das nicht zu schlecht. Man muß sich Zeit nehmen, sich diesem Album widmen, dann kommt man gänzlich auf seine Kosten. Hier passiert im Hintergrund eine ganze Menge, kommen packende Gitarrenharmonien zum Vorschein, die mit den bissigen, etwas höher gelegenen Vocals verbunden werden. Der Typ, sowenig er und seine Truppe auch metallisch aussehen, hat es drauf, einem Metalsong den letzten Schliff in Sachen rauher Kraft zu geben und ihm zudem noch seinen Stempel aufzudrücken. Hätte durchaus in den 80ern bei Bands wie Blind Illusion, Dresden, Razor oder derlei Truppen singen können, ohne daß Scavenger nun wild thrashen würden. Heavy sind sie schon, ihre Songs erfüllt mit positiver, konstruktiver Wut und darüberhinausgehenden Emotionen. Kein Banger wird auf die Idee kommen, an der Umsetzung zu mäkeln, die Band spielt superexakt, sehr hingebungsvoll dabei. Innerhalb der Songs gibt es so manchen Wechsel hin zu gemässigteren Passagen, was dem Material wieder einen epischen Anstrich beschert. Episch im Sinne von „erzählend“, denn Scavenger verstehen sich als Powermetalband und nicht als kitschiger Heldenmetal. Heuer wird „episch“ ja leider oft mit „hymnisch“ oder „heroisch“ gleichgesetzt, fataler Fehler. Aber egal, egal, ich meckere ja gar nicht. Back to Scavenger. Das treibende Riffing und die tosenden Rhythmen in Verbund mit den oft sehr gefühlvollen Gesangslinien packen den Hörer auf der Stelle. Wenn dann die blitzenden Soli hinzukommen, die ganz dem Geiste des alten Metal verhaftet sind, brennt die Luft bei diesen Songs. Live müßte die Band echt wahnwitzig abgehen. Gut bei dieser Truppe ist, daß sie es schaffen, trotz all der Wechsel und Breaks in den Songs, angenehm einprägsam und geradlinig zu bleiben und Kompositionen zu verfassen, denen eine Langzeitwirkung eigen ist. So will ich meinen Heavy Metal! Das Klangbild hier ist schön kraftvoll, dabei immer transparent und lebendig. Auch hieran kann ich keinen Grund zum Meckern finden. Scavenger gehören mit diesem Album auf jeden Fall zur europäischen Elite, auch wenn viele Mainstreammetaller das nicht so sehen werden, aber mit solchem Geschmand wollen wir ja auch gar nichts zu tun haben, oder? Leider ist das blaue Cover etwas, naja, unscheinbar, zudem sieht die Band eher nach Britpop bzw. erdigem altem 80sRock wie U2 aus, denn wie eine Metalband, aber das soll uns nicht täuschen. Scavenger haben es drauf. Raise your swords in the air for Scavenger!!!!!

Sir Lord Doom

Power Metal

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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