SOLITUDE AETURNUS – Alone CD

15,50

Das düstere Artwork von Travis Smith macht schon Lust auf die Musik. Die US Doom-Power Metal Band Solitude Aeturnus ist immer noch am Leben und sich selbst auch immer treu geblieben, was ich auch von ihren Fans erwarte. Das letzte Solitude-Werk „Adagio“ wurde nun nach geschlagenen 8 (!!!) Jahren mit einem in erdrückender Intensität, Liebe zum Detail und seiner ganz eigenen Art von Magie schwelgenden Powerdoommonster symbolisch in den Ruhestand geschickt. Bereits der erste Track „Scent Of Death“ entpuppt sich als ein fast 10-minütiges Inferno. Nach ruhiger Einstiegsrunde gibt es ein brütendes, leicht orientalisches Hauptriff, welches im weiteren Verlauf durch einen gequält schmachtenden Solopart ergänzt wird. Die letzten 4 Minuten werden noch intensiver, versetzen den Hörer in erwartungsvolle Spannung und führen mit verhallten Leadgitarren im Hintergrund, die wiederum ein orientalisches Flair präsentieren, schliesslich zu einem beeindruckend anmutigen Abschluss. Wow! Nach einer Runde schon k.o., das ging flott! Wo andere Formationen ein solches Stück schon aufgrund der Dimensionen nicht unbedingt als Opener gewählt hätten, spielen sich Solitude Aeturnus in einen Lustrausch der Emotionen und reißen den Doommaniac durch ihre Leidenschaft einfach mit, verfassen sogar eine kleine Hymne. Und es geht weiter! Die angerauhte Überstimme von Mister Lowe schwebt über den vielschichtigen Kompositionen, verweist viele der jüngeren Acts im Powerdoom gesanglich auf die Ränge. Man hört aber nicht beim Opener auf mit dem Walkürenritt, man legt hiernach erst richtig los. „Waiting for the light“ scheint zuerst etwas treibender, bekommt durch unverzerrte Gitarrenläufe mit typisch arabischen Melodien aber wieder diesen betörenden Ausdruck, der Dich Deiner Sinne beraubt. Der Refrain fräst sich sogleich in die Ohren und macht den Song unsterblich. Schöne Verschleppungen bringen die Band wieder zum Doom zurück. Es schließt sich eine Slow Motion Hymne an, „Blessed be the dead“. Die schleifenden Akkorde, die alles erdrückenden Rhythmen, die schwere, bittersüße Melancholie der Melodien von Gitarren und Gesang, letzterer zwischen einem kaum fassbaren, gespenstischen Tonfall und allerhöchsten Luftschutzsireneneinlagen pendelnd, versetzen Dich in einen Traumzustand, der nur vom Chorus unterbrochen wird. Aber was für ein Chorus! Diese majestätische Größe und an Irrsinn grenzende Emotionalität zieht Dich an den Haaren und sämtlichen Gliedmaßen aus dem irdischen Schmutz hinauf ins Himmelreich, wo Du die Englein singen hörst (selbst bekennden Atheisten, Asatru und Satanisten werden nicht verschont!!!). Ja, fürwahr, so eingängig diese Refrainpassage sein mag, so mächtig ist sie auch. Keine Spur von platter Popmusik ist hier vorhanden, stattdessen wird eine nicht von dieser Welt zu sein scheinende Anmut präsentiert. Spätestens hier verlässt Dich die Kontrolle über Deine Existenz. Mit „Slightless“ gerät man dann in die psychedelisch schwülen Bereiche des Dooms, welche vor zehn Jahren mit dem „Downfall“ Album erforscht wurden. „Upon within“ bringt dann die Begräbnisstimmung zurück, wird stilecht mit Kirchenorgelsounds gespickt und ist mit bedrückenden Feierlichkeit ein weiterer Höhepunkt dieses Albums. Es ist kaum die Hälfte der Scheibe überstanden und schon hat man sich den ganzen Schmutz von der Seele geweint. Bis zum letzten verzeifelten Aufbäumen der Band namens „Essence of black“ wird man auf der restlichen Strecke mit dynamischen und doch schön schwerfälligen Donnerbolzen für die lange Wartezeit belohnt. Ich bin sogar der Meinung, daß Solitude Aeturnus zuletzt 1992 auf ihrem „Beyond the crimson horizon“ Meisterwerk so überirdisch gut waren, auch wenn ich die dazwischenliegenden drei Bollwerke gegen Trends und Kommerz keineswegs schlechtreden möchte. Man kann eben nicht bei jedem Alben von gigantischen Kreativitätsschüben heimgesucht werden, schön, daß hier mal wieder ein solcher zu vermelden ist.

Sir Lord Doom

DIE RÜCKKEHR!!!!

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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