STRIKER – Eyes in the night & Road warrior CD

15,50

Mit dem Opener „Full speed or no speed“ machen die kanadischen STRIKER auf ihrem ersten vollen Album nach der EP „Road warrior“ letztes Jahr ihre Devise sofort klar. Es geht ab, rasant, donnernd und tosend und mit verdammt großem Ohrwurmpotential. Ich nenne es nicht Melodicspeedmetal, aber geile Gesangsmelodien und wirklich packende, die Wirbelsäule rauf und runter schrubbende Riffs haben sie. „Eyes in the night“ an zweiter Stelle ist eher treibender Heavy Metal, der im höchst intensiven Solopart alles zu zermalmen droht. Die Melodien und markanten Riffs erblassen allerdings fast angesichts der Gesangsperformance. Hier wird eine Powermetallegende geboren.Dan Cleary ist einer jener Frontschreihälse, die mit Charisma und Leidenschaft ihr ausgeprägtes technisches Verständnis erweitern und so zu einer Supersirene werden. Dan kann schreien und singen wie all die Kultfiguren, allen voran Harry Conklin (JAG PANZER) als der knapp über 20 war oder der junge David White – Godfrey (HEATHEN), nur er hat dabei ein eigenes, sehr eindringliches Timbre. Und so ist der dritte Song, wieder ein treibender Mid Tempo Metalrocker, wieder ein Hit. Der reichlich aufgedrehte Gesang über den eher konventionellen, aber stets mitreißenden Heavy Metal Strukturen ergibt ein schönes Stück absolut trendfreien und ursprünglichen Stahls. Aggressiv und treibend, dennoch höchst melodisch mit einem Hauch 80er Hardrock kommt „Never ending nights“ aus den Boxen gescheppert. Herrliche Leadgitarren veredeln die harten Momente im Refrain, die Strophe selbst ist stets bis zur Bridge mit unverzerrten Klampfen bestückt, welche diesen 80s Melodicmetaleinschlag verstärkt in den Vordergrund rücken. So spannen STRIKER als neuer Jagdbomber des US Metals ihre Tragflächen sehr weit, aber egal wohin sie auch ihre Kreativität richten, alles klingt nach STRIKER und nur nach STRIKER. „Never ending nights“ hat einen dieser exzessiven Soloparts zum Ende des Stückes hin, bei dem die Leadgitarre gar nicht wieder aufhören will, feurige Läufe zu entfesseln. Das nenne ich METAL. „The white knight“ kommt und er kommt so rasend schnell und furios, dass man sich zuerst völlig überritten fühlt. Speedmetal pur ist hier angesagt, sägende Gitarren, mörderische Gesangsmelodien, aggressive Gangvocals, Kreissägengitarrensoli. Auf diesen Song wären die alten HEATHEN mächtig stolz, wobei sie ja mit ihrem neuen Album auch einen Meilenstein aktuellen Metals abgeliefert haben. Die pfeilschnellen doppelläufigen Leadgitarren im Solopart sind gnadenlos betörend. Während die Rhythmen Deinen Arsch wundtreten tanzt Du den Headbangerveitztanz zu diesen Soli und Dein Verstand setzt aus, Du spielst ekstatisch zuckend die Läufe des kommenden Gitarrenheldenduos mit, welches locker mit solchen Teams wie Altus / Piercy (HEATHEN), Tipton / Downing, Holt / Hunolt (EXODUS) oder Garcia / Versailles (AGENT STEEL) mithält. Und ich übertreibe bei dem ganzen Namedropping nicht. Sie sind eigenständig und sehr lustvoll im Umgang mit ihren Stücken, scheinen beim wilden Spiel in einen Zustand weltentrückter Verzückung zu geraten. So auch beim wieder gemässigteren „The voice of rock“, welches peitschende, aufwühlende instrumentale Darbietungen auffährt und entgegen des Titels doch noch Powermetal ist. Die Melodien sind insgesamt sehr ausführlich inszeniert worden. Zwar nicht zuviel, aber gerantiert auch nicht zuwenig. „Ice cold“ schrubbt und tost und donnert, der Gesang und die Leadgitarren toben sich über diesem trockenen, brutalen Fundament so richtig aus. Hier hat man auch verwinkeltere Läufe, die einem aufgrund der natürlichen jugendlichen Frische und Energie der Band trotzdem straight und eingängig erscheinen. Ist das ihr Geheimnis? Nun ja, der Teufel liegt stets im Detail, aber diese Details muss man erst sehen wollen. Innovationen und STRIKER passen zum Glück nicht zusammen. Metal ist hier stets Metal und nichts anderes. Keine Unterschublade, einfach nur wilder, feuriger Heavy Metal. Ich fang gleich an vor überschwenglicher Leidenschaft zu weinen, wenn ich ganz ergriffen dem schönen Refrain des ansonsten recht aggressiv sägenden „Terrorizer“ lausche. Auch wieder einer dieser Evergreens im Powermetal. Und ganz und gar STRIKER, auch wenn man LAAZ ROCKIT, VICIOUS RUMORS, VILLAIN und JAG PANZER sicher als Lehrmeister in der Oberschule hatte. Das ist die Kunst, die eigene Identität zu finden. STRIKER haben sie nicht allein gefunden, sie zelebrieren sie förmlich. Man kann auch gar nicht sagen, aus welchem Jahr das hier stammt. Eine 2010er Produktion wird niemand vermuten, der diesen sehr transparenten und natürlichen Klang erlebt. Beim melodischen, mittelschnell auf Triolendoublebassläufen reitenden „Believe in me“, wo sich Dan wieder gesanglich verausgabt und emotionaler denn je zuvor zu singen scheint. „Believe in me“, eine verzweifelte Bitte an seine große Liebe oder an sich selbst? Ein überaus gefühlsintensives Thema und er bringt es absolut authentisch. Killersoli, wie immer, tolle, eingängige Strukturen, nicht neu, aber stets wieder gerne gehört. Und die Melodien hauen es natürlich wieder raus. Der donnernde Heavyrock / Powermetal Mix „Hang on (to your life)“ ist ein knackiger und bestens geeigneter Rauswerfer für dieses Album. Die mehrstimmigen Gesangsläufe sind ein weiteres Mal so packend, dass man fast ehrfürchtig zu Boden sinkt und die Soli brennen hier in der letzten Kurve vor der Zielgeraden heller und strahlender als jemals zuvor. Genial ist einer der letzten Refrains, bei dem zuerst die Gesangslinie über stampendem, dann treibendem Schlagzeug kommt. Dann ein kurzer Break und die Gitarren setzen zur nächsten Wiederholung ein, bevor das Stück mit feinem Sägeriffing zuende geht. Ja, vor 25 Jahren hätte das hier wohl ein absoluter Klassiker werden können, 2010, wir haben ja nicht die gute alte, sondern die noch bessere neue Zeit, ist es ein doppelter und dreifacher Klassiker, ein strahlender Stern am Powermetalhorizont, eines dieser Alben, welche Dich vom ersten Ton an phosphorisieren, weil sie einfach alle Trademarks des Genres perfekt arrangiert und doch mit soviel Liebe, Leidenschaft und stürmischer Lust inszeniert in sich tragen, dass der Fan dieser Musik augenblicklich in hellen Flammen steht. Und wenn diese Scheibe von einhundert neuen True Metal Scheiben 99 zu biederem Pubrock niedermacht, dann ist mir das auch recht, denn STRIKER sind die Macht! HALLELUJA!

Sir Lord Doom

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Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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