VALKIJA – Avengers of steel CD

15,50

Italien, Melodicmetal, man erwartet fürchterliche Qualen und auf einmal kommt alles anders, ganz bodenständig und ehrlich. Valkija belehren mich gerne eines besseren, wenn es an meine Vorurteile geht. Valkija ist eine relativ junge italienische Band, die seit 1999 aktiv ist und nun, nach der 2003er Promo-CD „Days Of The Rising Sun“, mit ihrem ersten regulären Album „Avengers Of Steel“ aufwartet. Dafür hat man einen Deal beim griechischen Label Sonic Age unterschrieben, dem man wohl auch die Gastauftritte von BLOODSTAINED-Gitarrist Giorgos Kalavrezos sowie von dessen Bandkollegen Theodoris Gourlomatis als Erzähler zu verdanken hat. Neben Bands wie RAISING FEAR und FROZEN TEARS, die ebenfalls dieser Tage mit neuen Releases am Start sind, ist auch dieses Album ein schöner Beweis dafür, dass die italienische Metalszene schon lange nicht mehr auf einen speziellen Stil zu reduzieren ist. Das leidige Klischee vom fröhlichen Italometal hat endgültig ausgedient, und die Mannen um Frontfrau Zoraija untermauern dies auf durchaus eindrucksvolle Weise mit vorliegender Scheibe. Wer meint, dass jede Metal-Band mit Weib am Mikro sich zwangsläufig nach Nightwish anhören muss, der darf sich mal Valkija zu Gemüte führen. Die Dame mit ihren drei Herren klingt so verdammt authentisch nach 80er, dass man nicht so recht glauben möchte, dass diese Scheibe erst im Sommer 2004 aufgenommen wurde. Es gibt angestaubten Teutonen-Metal im Geiste von Grave Digger, Accept und Warlock. Der Gesang von Fronterin Zoraija erinnert mächtig an eine kauzige Variante von Jutta Weinhold, reicht natürlich noch nicht ganz an Juttas Level heran. Es fällt einem schon bald auf, daß VALKIJA richtig gute Songs am Start hat. Die knackigen Gitarren, die stampfenden Rythmen und Bässe, die zusammen extrem eighties-lastig sind. Ein Eindruck, der nicht zuletzt durch die erdige Produktion noch verstärkt wird. Eher untypisch für italienische Verhältnisse, wo man ja eher zum überproduzieren neigt. Die Songs erinnern teilweise an GRAVE DIGGER oder stellenweise (positiv) an MANOWAR. Songtitel wie „Return of the king“, „Sign of the hammer“ (kein Manowar-Cover), “Son of thunder” oder “Steel avenger” zeigen ohnehin die tief steckenden Wurzeln des Quartetts in alten Zeiten. Ich ertappe mich regelmäßig beim Malträtieren der Luftgitarre, wenn mir die Scheibe um die Ohren brettert, also müssen sie wohl etwas richtig gemacht haben. Technisch gesehen liegt alles soweit im grünen Bereich, auch wenn der Drummer sich oft zu sehr im Hintergrund hält. Dafür sind die Flitzefinger bestens geölt und vor allem die melodischen, klischeefreien Soli wissen mitzureißen. Die meisten der Lyrics sind dann zwar nicht ganz klischee-bereinigt (eben typische Geschichten für episch-melodischen ItaloMetal), was aber der Band hoch anzurechnen ist, ist der außerordentlich erfreuliche Umstand, dass die Tracks trotz aller Kunstfertigkeit an der Klampfe nicht mit Griffbrettgewichse zugekleistert sind und auch das Keyboard bemüht sich, die angebrachte Zurückhaltung an den Tag zu legen. Alles in allem ein frisches Debüt aus Italien, welches ich in der Form nicht erwartet hätte.

Robert Moskau

Sonic Age

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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