WICKED MINDS – Witchflower CD&DVD

18,00

Da ist es wieder, dieses unbestimmte Gefühl beim Anhören einer LP, nein, einer Doppel LP in diesem Fall. Die Wicked Minds aus Italien sind zurück mit ihrem inzwischen vierten Album (nach dem eher doomig – spacigen Triodebüt „Return to Uranus“ und den an Songmaterial ähnlichen „Crazy technicolour delirium garden“ und „From the purple skies“, wo sich allerdings die Aufnahmen unterschieden) und sie machen wiederum keine halben Sachen. 70er Orgelhardrock ist der Hauptbestandteil der Musik dieser fünf jungen Herren (keiner über 40) und von dieser Basis aus macht man Ausflüge in progressive, schon fast jazzrockige Bereiche, zum mit fantasievollen Melodien ausgeschmückten Spacerock, räkelt sich in bluesiger Stimmung und jammt dann wiederum wie besessen auf hypnotischen Songstrukturen herum, die in ungezügelten Soli von Orgel und Gitarre schier explodieren. Haben sie sich denn verändert, verglichen mit dem grandiosen Vorgänger? Nun, ja und nein. Sie sind sicherlich noch vielschichtiger geworden, nicht allerdings moderner. Die Wicked Minds sind und bleiben 70er Style. Die Orgel wird im Keyboardbereich ab und an von analogen Synthesizern flankiert oder sogar überstimmt, allerdings nie vollständig verdrängt. Hier und dort haben gerade die Synthesizerklänge einen gewichtigen Anteil daran, daß die Musik sehr spacig und abgeflogen mystisch klingt. Neben der obligatorischen Coverversion, in diesem Falle „Soldier of Fortune“ vom 74er „Stormbringer“ Album Deep Purples, gibt es auch einen schönen Longtrack namens „Scorpio Odyssey“, wo sich die Band scheinbar vollkommen benommen in einen Trancezustand spielt und dieses Gefühl auch auf den Hörer überträgt, der sich in überlangen, feurigen Leadorgien suhlt. Retro, ja, innovationsfrei, auch, aber so herrlich entfesselt, so wundervoll lebensfroh und leidenschaftlich, das sind die Attribute, mit denen ich die Wicked Minds bedenken möchte. Und gerade die Mischung macht es hier. Die traditionellen 70er Hardrocksongs, mal flotter, mal groovend, vereint mit den ungezügelten Jams, wo die Leadgitarre und die Tasteninstrumente ihren eigenen Weg über den verspielten Rhythmusstrukturen suchen und balladesken Passagen von überirdischer, betörender Schönheit sind hier eine gewaltige Macht und verweisen viele aktuelle Retrobands, wenn nicht gar die meisten dieser Truppen, auf ihre Plätze. Uriah Heep, Deep Purple und Italoprog vereint ergibt schiere Genialiltät, namentlich Wicked Minds.

Sir Lord Doom

Retro 70s Orgelhardrock…genial!

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CD&DVD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.300 kg
Marke

0, 1

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