WORLD BELOW – Repulsion CD

15,50

Diese Schweden waren schon immer irgendwie anders, auch wenn sie den Genrevorgaben gefolgt sind. Sie hatten einen wesentlich spacigeren Ausdruck, der auf dem nunmehr dritten Album „Repulsion“ noch deutlich ausgebaut wurde. Das hier ist bislang das Highlight in der Karriere unserer schwedischen Freunde, die zum Teil sogar aus dem Deathmetal kommen, was niemand wirklich hören wird. Ganz klassische, wuchtige Doommetalsongs mit mystischen Gesangslinien, bleischweren, mal walzenden, mal mittelschnell sägenden Riffs, zwischen schwebender Langsamkeit und peitschendem Mid Tempo pendelnd, werden uns in die Seele injiziert und setzen unseren Geist sofort in Brand. Furiose Soli, majestätische Leitharmonien, unverzerrte, ganz sachte in Erscheinung tretende Läufe, der Doomfanatiker bekommt wonach er giert. Die Stücke sind eingängig und sperrig zugleich. Klar, sperrig für die Popklientel da draußen, für Doomverhältnisse aber geradezu einfach nachzuvollziehen und sehr flüssig im Ablauf, ohne daß es ihnen nun an Emotionalität und epischer Tiefe mangelte. Was sehr positiv auffällt, ist der Fakt, daß World Below es wenig düster und depressiv angehen lassen, sondern eher auf eine helle Atmosphäre setzen, die allenthalben in entrückt – psychedelische Gefilde abfliegt oder verdreht progressiv erscheint. Nicht immer gehen World Below dabei ganz harmonisch zuwerke, Disharmonien werden geschickt zum Einsatz gebracht, um die freakigeren Momente noch in ihrer Intensität zu steigern. Was sich nun wie kompletter Irrsinn anhört, ist nur eine Facette in diesem Klangmosaik. Betörend melodische Passagen folgen und bringen die Musik nebst Hörer wieder auf den Boden zurück. Das ist in der Tat Doom ganz klassisch und doch innerhalb des Genres progressiv und mit frischer Ideenvielfalt bestückt. World Below setzen natürlich ihre ganze Persönlichkeit ein, dem ihren kranken Geistern entsprungenen Material einen hohen Wiedererkennungswert zu verleihen, was auch ohne Mühen gelingt. Neben den traditionellen Metalinstrumenten wird man Keyboards finden, die entweder im Hintergrund ein paar schöne, unaufdringliche Teppiche legen, um dem majestätischen Klang noch mehr pompöse Würde zu schenken oder blubbernd, fiepend und piepsend dem Spacerock huldigen. Der Sound ist wuchtig und transparent, dabei aber sehr natürlich, als würde die Band gleich neben Dir stehen und spielen. Das steigert die ehrliche, sympathische Ausstrahlung der Band noch um ein Vielfaches. Man ist näher an einer zeitgemässen, retrofreien Version von Black Sabbath als an den Epikern wie Candlemass und doch erhabener Metal pur. Viele mittelschnelle Passagen künden von der Liebe der Musiker zum traditionellen Heavystoff der 80er und lockern das Material angenehm auf. Diese Scheibe reißt unweigerlich mit, wo es bei den ersten beiden Werken vielleicht noch gehapert hat. Hier sitzt jede Passage da, wo sie auch sein soll, jede Note, jeder Schlag macht Sinn. Wer auf den mehr metallischen Doomsound abfährt und diesem Album keine Chance geben mag, ist entweder stocktaub oder tot.

Sir Lord Doom

Nicht vorrätig

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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