ABSENTIA – Emotional flatline CD

12,00

Es ist doch ein Kreuz, wenn man wirklich die ganze Breite des Metals mit Leidenschaft verehrt. Man weiß nie, wofür man sein Geld ausgeben soll, Geld, daß man meist eh nicht hat. Hier hab ich eine Death / Thrashkapelle aus der Region um Trier vor mir liegen, auch schon ältere Hasen, immerhin schon fünf Jahre im Geschäft. Absentia spielen straight zum Tanze auf, lassen es dabei niemals zu brutal angehen, sondern fahren eher eine gemäßigte Schiene mit guten Melodien und Soli. Die Vocals sind rauh und bösartig knurrend. Passend zum Deathmetal. Sie lassen aber niemals ihre Natürlichkeit vermissen, Harmonizer kommen hier sicher nicht zum Einsatz, was ich aber auch gut finde. So kann Sänger Sven denn nun auch beweisen, ob er ein Monster oder Alwin der Chipmunk ist und er tut es: MONSTER! Absentia lieben die Abwechslung. Feist fiese Speedbanger, treibende Up Tempo Riffs, aber auch mal eher stampfende oder gar schleppende Passagen bauen sie in ihre Songs ein, so manches Mal erklingen auch melodische Vocals, die dem Material ein hymnenhaftes Flair verpassen. Sogar vor einer kurzen, fast durchgehend instrumentalen Ballade machen sie nicht halt. Dieses Stück wirkt aber auch keineswegs kitschig, sondern ebenfalls recht hymnisch, vor allem das mit melodischem Gesang verfeinerte, etwas kraftvollere Ende. Der Übergang in einen infernalischen Thrasher ist dann fließend. Absentia haben ohnehin den Deathmetal alter Schule verinnerlicht und zehren von der Weisheit ihrer Vorväter. Die Soli, keine unkontrollierten Fieporgien übrigens, sondern zumeist erhabene Melodiebögen, gespannt von einer filigranen Leadgitarre, wirken krank, wahnsinnig und unheimlich beschwörend. In Zeiten, wo der Deathmetal einerseits nur noch technisch perfektes, leider aber zu verfrickeltes Hyperblastgekloppe oder tuntiges Gothicgeschwuchtele ist, macht solch ein gerades Old School Brett richtig Spaß. Old School vielleicht unter Vorbehalt, da man sicher 1990 noch keine Wikingerchöre eingebaut hat (vor allem Trier und Wikinger, eher Ostgothen), was Absentia ja gerne tun, nicht allzu oft jedoch und nur dann, wenn die Atmosphäre des Songs es erfordert. Es sind auch nicht wirklich Chöre, eher eine kurzzeitig melodische Leadstimme in tieferen Lagen. Soetwas hätte mir 1991 gut gefallen. Wie auch immer, Deathmetal und Thrash bleiben die Hauptzutaten der Musik Absentias, nach und nach entwickelt sich sogar ein gewisser Ohrwurmfaktor. Irgendwo tendieren Absentia auf ihre Art in eine ähnliche Richtung wie die Ruhrpöttler Goat of Mendes und die Eifelvulkane Spectral, nur nicht so blackig und im Bereich des Todesbleis wesentlich traditioneller, wilder und infernalischer. Aber der Hang zu auch mal melodischeren Parts ist ihnen allen gegeben. Absentia machen einfach Spaß, sind symphatische Extremmetaller (mit Betonung auf METAL!) und reißen mich hin, ihnen meine Empfehlung auszusprechen.

Sir Lord Doom

Old School Death

Artikelnummer: 15895 Kategorien: , Schlüsselworte: ,

CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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