CHIMAERA – Myths and legends CD

12,00

Dat Volker, der Veranstalter des Swordbrothers Festivals, hat sich nun einer jungen Musikgruppe aus Düsseldorf managementtechnisch angenommen, die von Pan, einem kultigen Griechen gefrontet wird. Nun denne, was erwartet uns? Nun, auch wenn der beinahe perfekt hochdeutsch sprechende – der rheinische Dialekt ist ihm nicht abzutrainieren – Frontmann schon seit Urzeiten Teutone ist, die stählerne Leidenschaft der Griechensöhne lodert hell in seinem Herzen und somit sollte die Ausrichtung von seiner Truppe ganz eindeutig sein. True fucking Metal, episch, hymnisch, heroisch, pathetisch bis zur Kitschgrenze, aber irgendwie nie drüber weg. Gut, man hat das alles schon irgendwo mal gehört, aber die Düsseldorfer rocken doch, trotz Keyboards, recht frisch alles in Grund und Boden, was sich ihnen in den Weg stellt und Pan kann doch sehr schön und kraftvoll singen, mit eigenwilligem Timbre, viel Charme und Charakter. Zuweilen driftet er in kauzig – kreischige Lagen ab, die seine Eigensinnigkeit nur bestätigen. Man hört ihn raus, egal wieviele ähnliche Bands es gibt. Instrumental wird ordentlich rangeklotzt, natürlich gibt es keine progressiven Frickeleien, dafür aber solide Rhythmusfundamente, mal mit durchgetretener Doublebass, mal eher stampfend majestätisch, auf denen die gut gespielten Gitarren sich ohne Gefahr austoben können. Kompositorisch liegt man zwischen bodenständigem teutonischem und europäischem Stahl und eher mediterraner Epik, die griechischen Roots halt. Wer nun an gewisse oberfränkische „Metalhelden“ denkt liegt weit daneben. Der Kitsch bleibt zum Glück außen vor und der METAL rult supreme. So wie Pan immer mit dem Schwerte die Bühne besteigt, so donnert sich die Bande auch durch ihre von voller mittelalterlicher und antiker Motive steckenden Texte erschaffene Fantasiewelt, in der sie heldenhaft den Umtrieben von finsteren Grünhäuten und anderem bösartigem Gewürm ein Ende bereiten. Sozusagen. Auf die Realität bezogen wäre das das Abschlachten von gar grimmigem Nu Metaller Gesocks nach erfolgreicher Erstürmung des „Papidou“, einer wohl einstmals ganz angenehmen Metalkneipe in der düsseldorfer Altstadt, wo sich heuer nur noch schauriges Kommerzgewürm herumdrückt und den echten Metal verleugnet. Zurück zur Musik. Der Klang der Scheibe ist schön natürlich und auch wenn das Keyboard durchweg präsent ist, so regieren die Klampfen mit interessantem Riffing und herrlich entfesselt klingenden Soli. Chimaera haben dabei ein Händchen für arschgeile Melodien, die sich gut einprägen lassen. Wie gesagt, sie sind Heavy Metal durch und durch, True Metal meinetwegen. Auch wenn sich dieser Bereich in den letzten zwei bis drei Jahren mehrfach selbst überlebt hat, Chimaera scheißen drauf und spielen einfach und sie machen ihre Sache wirklich gut. Als Bonusschmankerl gibt es auf der CD ab Track 75 alte Demos oder was das auch immer sein mag, traditioneller, geradliniger und unterhaltsam gestalteter Metal teutonischer Prägung, der mir aufgrund seines naiven Charmes und des rohen Klanges gar nicht so schlecht gefällt. Viel Stahl für’s Geld also, was will man mehr? Eines der besten Teutonenmetaldebüts seit Wizards 96er Einstand.

Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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