RIGOR SARDONICOUS – Principia sardonica CD

15,50

Wurde mir als „raw apocalyptic Doom“ angepriesen vom amerikanischen Paragon Records Label und sie sollten Recht behalten. Extrem zähflüssig quält sich die US Band Rigor Sardonicus über die Runden, die Klänge scheinen stehenzubleiben, die schmerzhaft bohrenden Riffs, der gruftig – grollende Stil des Grunzers, die schleppenden Rhythmen, wow, mit dem Wort „finster“ kann man dies wohl nicht ansatzweise beschreiben. Mich zieht die Erinnerung zurück in die frühen 90er, wo Electric Wizard noch Lord of Putrefaction hießen, wo Winter gerade ihre „Into darkness“ LP unter die Leute brachten und deathiger Doom noch nicht bedeutete, daß geschminkte Gothicbübchen und engelshafte Trällertusen ihren poppigen Deathrock unter dem Doombanner spielten. Diese Band ist einfach extrem. Gut, die Riffs sind nicht neu, die Tonfolgen seit dem Song „Black Sabbath“ irgendwie schon desöfteren in leicht abgewandelter Form im Doom aufgetaucht und doch klingt es nach wie vor herrlich. Die rollenden Noten walzen bleischwer auf breiter Front alles nieder, das grummelnd – gurgelnde Etwas am Mikro betört Dich mit seiner abstoßenden Hässlichkeit. Du versinkst tief in diesem Klangmorast, der Dich fröhlich glucksend immer weiter hinunterzieht, bis Du vollkommen umgeben bist von zäher Soundmasse. Bei Rigor Sardonicus ist weder ein blackmetallisches Surren und Rauschen ohne Bass angebracht, noch eine digitale Plastikproduktion, die alles Leben von vorneherein ausschließt. Die Band klingt natürlich, warmblütig, gerade so, wie man sie auch auf der Bühne oder im Proberaum zu hören bekäme. Nun, ich komme nicht umhin zu behaupten, daß auch ein Schlangenbeschwörer wie Wino oder Albert Witchfinder gesanglich gut gepasst hätte, aber hey, diese nicht mehr menschlichen Röchellaute lassen die Musik noch apokalyptischer wirken. Hier und da gibt es ein metallisches Klirren, was von einem Gong stammen könnte. Wie auch immer. Rigor Sardonicus sind Götter gekonnt inszenierter Monotonie, nicht so extrem wie die alten Esoteric, sondern durchaus in hörbar strukturierte Songs gefasst, nicht, daß ich etwas gegen die alten Esoteric hätte. Rigor Sardonicus besitzen durchaus genügend Ideen, eine mit unverzerrten E Klampfen und schwerfälligen Rhythmen versehene „Doomdeathballade“ ins Programm zu nehmen. Das Teil klingt komplett irrsinnig, wenngleich sich hier auch sehr wenig im Ablauf verändert. Dieses widerwärtige Geknurre des Frontmannes, sollte ich vielleicht lieber der Frontsau sagen, geht gar nicht. Einige flottere Momente kommen auf, wenn man sich die Mühe macht und sich bis zum fünften Song vorankämpft. Hier schweigt der Bandkopf vorerst und lässt die Gitarre sprechen. Verspieltes Riffing, zumindest für Doomverhältnisse und eine etwas vertracktere Struktur machen diesen Track zu einem kleinen Highlight. Der Bass ist arg verzerrt, aber das ist okay, das passt zu dieser Band hervorragend. Für feinfühlige Gemüter sind Rigor Sardonicus wohl nicht geeignet, aber wen kümmert es? Wer ein Herz für Doom, gerade extremen und doch reinen Doom hat, wird dieses Album verehren.

Sir Lord Doom

US doom a la Winter / Lord of Putrefaction

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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