CULPRIT – Guilty as charged CD

6,50

Seattle hat es unserem Chefchen wohl angetan, hat er nun neben den göttlichen Heir Apparent schon die zweite Killerband aus Grungecity zur Wiederveröffentlichung vorgesehen. Es handelt sich hierbei um die wahrhaftig überirdischen CULPRIT – und ich will, daß Ihr unwürdigen Kreaturen bei Nennung des Namens ehrfürchtig in die Knie sinkt – deren leider einzige LP schon 1982 die erste US Metal – Welle zusammen mit Bands wie Virgin Steele, Cirith Ungol, den Rods und Riot bildete. Culprit hatten in Jeff L’Heureux einen verflucht eigenständigen Sänger, der nach dem unrühmlichen Abgang der Combo von der Bildfläche bei den noch erfolgloseren Hardrockern Mistrust (eine nette LP Mitte der Achtziger) eine weitere Chance erhielt. Auf „Guilty as Charged“ standen neun Metalsongs der Extraklasse, allesamt von ohrwurmhaften Melodien und Mr. L’Heureux wahnwitzigem Gesang angetrieben. Die Stücke bleiben auch nach Wochen noch in den Gehörgängen, wenn man sie nur einmal erleben durfte. Der Opener und Titelsong brennt sich alleine schon ins Gehirn des genußvoll leidenden Metalheads ein. Dem stehen die restlichen acht, auf dieser CD sogar elf Stücke, nicht nach. Drei Livesongs gibt es als Bonus. „Guilty as Charged“ und „Fight Back“ kennt man ja schon in ihren Studioversionen von der Platte, hier werden sie in noch leidenschaftlicherer Manier dargeboten. „Stone Cold Crazy“ ist eine gelungene Coverversion von Queen, bei der man Diva Mercurys Gesang gar nicht vermißt, da auch Jeff L’Heureux über eine Stimme wie ein Superstar verfügt. Neben dem weitaus besseren Sound – die CD wurde von Heir Apparent Mainman Terry „Footloose“ Gorle digital remastert – gibt es ein fast neues Cover zu bestaunen, bei dem das Bandlogo, durch Computereffekte entstellt, nun irgendwie zersplatternd wirkt und außerdem der einstmals rein schwarze Hintergrund gegen eine sehr düstere Welt mit Sonnenaufgang ausgetauscht wurde. Das Foto von der Tür zum Hinrichtungsraum hat man einfach beibehalten. So wird aus einem netten ein wahnsinniges Plattencover. Endlich sind auch die Texte erhältlich, was ja leider bei der schwachbrüstigen LP Version nicht der Fall war. Es gibt desweiteren Bandfotos in allen möglichen Perspektiven. Was will man mehr? Culprit lassen mich zumindest sofortigst Schwert und Morgenstern zücken, um den unwürdigen Grungehorden zu Leibe zu rücken. Ich kann mir beim Anhören jeder einzelnen Schlachthymne echten Heavy Metals auf dieser CD das Knacken der Schädel, die spritzenden Blutfontänen und die verstümmelten Leiber all jener drogensüchtigen Depressivlinge aus Seattle, die ab 1991 die Metalwelt mit ihren billigen Punksounds vergifteten, sehr gut vorstellen. Lecker. Dagegen sind „Braveheart“ und „Der Patriot“ zusammen fast so soft wie die Teletubbies. Ich muß wirklich sagen, daß sich dieser Rerelease lohnt, denn „Guilty as Charged“ ist einer der eigenständigsten und zeitlosesten US Metal – Klassiker überhaupt. Man konnte die LP zu ihrer Zeit nicht mit einer englischen oder amerikanischen, auch keiner kontinentaleuropäischen Band vergleichen. Die epischen Melodien gab es danach nur noch bei den Franzosen Blasphème zu hören, die ähnlich mitreißende Klangkunstwerke auf Vinyl zu bannen in der Lage waren. Ich hoffe, daß Bassist Scott Earl (of Rockcity), welcher einer der beiden Hauptverantwortlichen für die Reunion dieser Killerband ist (die Frage nach dem anderen erübrigt sich ja wohl!), bei all seinen Plänen mit Erfolg gesegnet sein wird. Soviel steht schon fest, auf dem Feld der Ehre, wo dieses Jahr Terry Gorle sein Bein ließ, werden auch Culprit sich beweisen dürfen. Dann werden wir Krieger unseren Helden hoffentlich einen heißen Empfang bereiten. Mit in die Höh gereckten Fäusten werden wir den Metalgöttern zujubeln, wenn sie uns ihre eingängigen, aber verspielten Riffs und Licks um die Ohren ballern. Mähneschütteln ist angesagt. Vor Jahren gab es mal eine Bootleg CD über Reborn Classics, welche erstens lange schon vergriffen und zweitens von nicht so brillanter Qualität ist, also dem genialen Album nicht ansatzweise gerecht wird. Warum Culrpit damals gescheitert sind kann ich aus heutiger Sicht nicht mehr sagen. An den Songs kann es nicht gelegen haben. Alleine das hart groovende „Steel to Blood“ ist ein HIT! Ein gottverdammter HIT! Solch eine Melodie schreibt man eigentlich nur einmal in seinem Leben, wenn einen denn die Muse küßt, aber ich denke mal daß jene Muse nur die wenigsten Bands küßt, die großen Poprockstars sowieso nicht. Und alle jene Trendcombos, welche mit ihren unsäglichen Ergüssen unseren tristen Alltag noch trister und unerträglicher erscheinen lassen, wurden erst recht nicht von ihr mit feuchten Schmatzern bedacht. Dafür Culprit aber umso öfter, denn hier reiht sich ein Hit an den nächsten und alles gipfelt in „I am“, welches schon mit einem gehirnzellentötenden Hiddelehiddele auf der Gitarre anfängt und sich weiter in die Ruinen der einstigen Denkfabrik frißt. Wie konnte man eine solche Offenbahrung damals nur so unrühmlich in Vergessenheit geraten lassen. Seiner Zeit bekam die Platte sogar im (für seinen erlesenen Geschmack ja weit und breit bekannten) Rock Hard eine glatte Zehn. Zehn von zehn, STRIKE! Es ging nicht besser und es wird auch heutigen Bands nicht leicht fallen, diese Truppe aus Seattle zu übertreffen, die die Stadt schon zu einer Zeit, wo von den ganzen Schwuchtelgrungeludern noch keine Rede war, auf die musikalische Landkarte projezierte. Ich kann diese CD nur auf Knien anhören und muß den Metalgöttern (und den Herren Earl, Gorle und Hegewald) für diesen Rerelease in meinen nächtlichen Gebeten ein wenig Platz einräumen. Hail Metal! Hail Culprit!

Sir Lord Doom

Hellion Records Wiederveröffentlichung, 3 Bonustracks

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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