K-OCTAVE – Outer limits CD

3,00

Hell yeah, Hellion! Jürgen hat mal wieder einen Trumpf aus dem Ärmel geschüttelt, nachdem er Anfang des Jahres das neue Album von Nightshade und im Sommer die neue Not Fragile veröffentlichte, kommt nun die dritte völlig neue CD einer Powermetalband auf den Markt und diese Band hat Zukunft. Viele Infos über die Truppe an sich liegen mir nicht vor. Es sind Amis, u. a. mit Brian Williams (October 31!), ganz deutlich, die entfesselten, furiosen Soli, die bodenständigen, zum Teil hymnischen Melodien, die infernalische Lebensfreude und brennende Leidenschaft, ja, der hintergründig den Songs als Fundament dienende Wahnsinn, das haben fast nur US Bands der 80er gehabt. Da diese Spielart für meinen Geschmack heutzutage viel zu wenig in der HM Landschaft vertreten ist, tut einem diese Band wirklich sehr gut. Los geht es mit dem schnellen „Breakneck“, einem Heavymetalkracher mit Killerrefrain und wildem, orgiastischem Solo. „Frozen in Dementia“ ist Song Nr. 2. Hart, treibend und doch eher in mittleren Geschwindigkeitsbereichen angesiedelt. Der Sänger geht hier bei seinen Screams extrem hoch, fast wie der Gaylord, pardon, Metalgott Halford zu seinen besten Priest – Zeiten. Den Titel des dritten Songs kann ich auf meiner Vorab CD nicht entziffern, diese Sauklaue, aber dafür ist die Musik genial. Etwas gemäßigterer, stampfender Heavymetal mit direkt ins Blut gehenden Riffs und einer gnadenlos den Adrenalinspiegel hochpeitschenden Melodie. Das irrsinnige Solo sägt dem Hörer quer durch die Wirbelsäule. Ich sehe schon die Horden von langmähnigen Kuttenträgern vor mir, die zu dieser Hymne vor der Partystage in Wacken die Fäuste in die Höhe recken, ein Stoßgebet zu den Metalgöttern schicken und dann ihre Haare im Takt schütteln. Fucking awesome! Nun, in einem Anfall von Rückbesinnung auf alte Schultage, habe ich in meinem Englischlexikon nachgeschaut und versucht, ein dem Titel entsprechendes Wort zu finden. Wahscheinlich heißt dieser Song „Authenticate“, also „Beglaubigen“, klar, K – Octave sind für mich beglaubigte Heavymetaller und keine Trendträllertunten. Der düstere Titelsong, balladesk beginnend und dann in einen stampfenden Rhythmus umschlagend, von episch – dunklen Gesangsmelodien in Dimensionen des absoluten Wahnsinns getrieben und langsam wieder zu seinem balladesken Ursprung zurückkehrend, ist ein meisterhaftes Beispiel für bodenständigen, ehrlichen US Metal. Der Sänger erinnert mich zum Teil an Ray Alder, wenn dieser bei einer echten Metalband singen würde, hoch, höher, am allerhöchsten singend und screamend, keine Note verpassend und doch mit einer gewissen rohen Kante veredelt. Killersolo, wie ich schon so oft anmerken mußte, Killersolo. Man merkt der Band an, daß sie lieber in mittleren Geschwindigkeitsbereichen agiert, wo sie eine kraftvolle Heavyness aufbauen kann, ohne in Getrümmere auszuarten. So auch auf „Crumble“. Der Gesang jagt einem eine deftige Gänsehaut über den Rücken. Hey, was ist das? Ein Mittelteil mit sphärischem Solo, nur eine Bridge, aber sehr schwebend und schön. Auch in diesem Fall wirbelt ein Twister über die Gitarrensaiten, wenn man den Solopart erreicht. Danach wird das Tempo ein wenig gedrosselt und die über den nun folgenden Strophenpart aufgehenden Leads vermitteln eine ungeheure Dramatik. Ein brachialer Heavypart folgt, extrem hohe Schreie fahren dem Hörer ins Gebein. „Mental Conspiracy“ ist nun etwas flotter, da man sonst Gefahr laufen würde, in Eintönigkeit zu verfallen. Paßt schon. Rauh und brutal schreddert man diesen irrsinnigen Song aus den Boxen, das Riff hat etwas verdammt eigenständiges und einen sehr gemeinen Touch, das Solo folgt einer Melodielinie. Dann ein Break und ein atmosphärisch – doomiger Mittelpart nimmt seinen Verlauf, ein wahrhaft angsteinflößendes Stück Metalmusik, verzaubernd, mystisch. Ein Solo wie das Heulen einer Harpie liegt darüber. Wahrlich unheilschwanger! Whoa, was macht diese Band mit mir? Selbst mein Kampfkater Linus, sonst die personifizierte Ruhe, entwickelt sich zu einem pantherartigen Wesen und streunt rastlos durch mein Wohnzimmer. Heavy geht es auch in die vorletzte Runde called „Descending Existance“. Mystische metalpower gibt es auch hier wieder in üppigem Maße, wobei der Song wahrlich rockt. Diese Soli, welch ein völlig entfesselter Irrsinn. Der Typ muß Kerosin statt Blut in seinen Adern haben, wie er die Saiten in Brand setzt. „Who laughs last“ ist doomig, aber lange, lange nicht lahmarschig. Es schwebt eine Atmosphäre des Weltunterganges über diesen Melodien, wie die Ruhe vor einem alles vernichtenden Weltensturm wirkt sich dieses Stück aus, unheilverkündende Prophezeihungen machen die Runde, alles sieht nach dem Armageddon aus. Auch ich halte es kaum mehr aus und lasse mich von meinen Emotionen treiben, unfähig auch nur eine rational überdachte Handlung vorzunehmen. So hinterläßt diese Monsterscheibe einen bis zur totalen Erschöpfung mitfiebernden Rezensenten und hoffentlich eine ganze Menge ebenso agierende Metalheads, die dieser Band ein langes Leben bescheren. Killer!

Sir Lord Doom

Hellion Records, das Höllenteil, farbige CD!

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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