MEGAHERA – Condemned to insanity CD

5,00

Die Sarden MEGAHERA sind schon eine eigensinnige Truppe. Ihre Musik ist ganz eindeutig vom gemäßigter angelegten Thrash Metal aus dem US Bundesstaat Kalifornien beeinflusst worden, das ist so offensichtlich, dass die Gruppe nicht einmal widersprechen könnte. Aber dann entpuppen sich die Songs als tiefgründiger und offenbaren mehr und mehr Details, die dafür sprechen, dass MEGAHERA zwar zu den alten Helden stehen, dennoch aber mit ihrem eigenen italienischen Dickkopf zu musizieren wissen. Schon das Intro zu diesem, ihrem zweiten Album sorgt für ungläubige Blicke seitens des Rezensenten. Oh, ich finde diese Mischung aus akustischen, sowie klaren elektrischen Gitarren und verschiedenen analog scheinenden Tasteninstrumenten mit verträumter Melodieführung und leicht verspielter Struktur wunderschön und muss dabei stets an meine Lieblinge der Italoprogszene aus den 70ern denken. MEGAHERA ziehen das aber auch zu genüsslich durch, nur um dann mit kräftig knatternden, markant komponierten Riffs und entschlossen voranmarschierenden Rhythmen den Schädel vom Halse zu schrauben. Hier wären wir nun im Heavy Metal angekommen und finden es sympathisch, wie MEGAHERA die trockenen Rhythmusgitarren des alten Peitschenmetals von EXODUS und METALLICA zu Zeiten ihrer Debütalben in der Geschwindigkeit etwas bremsen, majestätische Melodiebögen der Leadgitarre darüber spannen und in auslandend angelegte Songs verpacken. Der klare, lebendige Sound der Scheibe lässt sehr deutlich viele Details erkennen und somit auch die offensichtlichen Einflüsse der Sarden, doch der mittlhohe, rohe Gesang ist ein Zeugnis reinen Charismas und die verwendeten Harmonien, aus welchen die erhabene, epische Atmosphäre der Musik entsprießt, gehen ebenfalls ihrer eigenen Wege. Der Pfad MEGAHERA`s ist durchaus etwas steiniger und zerklüfteter, weswegen sie bei aller Größe ihrer Melodiegesten wütender klingen. Ich muss fast ständig an Platten denken, die so zwischen 20 und 30 Jahre jung sind, vornehmlich aus England stammen und den klassischen Westküstenpowerthrash mit englischem Charme und einer gewissen erzählerischen Haltung verbinden, besonders an die „Where legend began“ der zwischenzeitlichen Progressivthrasher ENGLISH DOGS (die davor und seither wieder eine Punkrockband sind) und „Kin“ von XENTRIX, ihrer melodischsten, entspanntesten und doch intensivsten LP von 1992, zwei Meisterwerke dessen, was man als EPIC THRASH bezeichnen könnte, wenn man denn wollte. Aber MEGAHERA haben noch mehr. Das italienische Festland und sicherlich auch Sardinien haben soviel Mystik zu bieten, dass einfach auch ein großer Schuss davon die Melodien und die Ausführung der Kompositionen beherrscht und so verwundert es mich nicht, vermeintlich vertraute Läufe in flotterem Tempo zu vernehmen, die ich so eher einer kultigen 80er Band aus dem italienischen Norden zugerechnet hätte. Aber schön ist das, der Mix macht es und MEGAHERA sind so wunderbar sympathisch bei ihrer Performance. Sie schlagen zumindest emotional die Brücke vom verzaubernden italienischen Progressivrock der 70er zum straighten US Speed und Thrash Metal der 80er und das mit einer fantastischen Lockerheit, sowie dem Hang dazu, wirklich eindringliche und beim gebannt lauschenden Metalhead hängen bleibende Kompositionen abzuliefern, welche zum Überdauern der Zeit alle Anlagen besitzen. Präzision und Leidenschaft vereinen sich hier zu größter Klangkunst.

Sir Lord Doom

Artikelnummer: 70621 Kategorien: , , Schlagwörter: ,

CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

Zuletzt angesehene Produkte