NIGHTSHADE – Stand and be true CD

8,00

Mit 50 fängt das Leben an, liebe Freunde, wenn man dann auf die Mitte 50 zugeht, geht es erst richtig los. Je oller, je doller, nicht wahr? Diese Lebensweisheit norddeutscher Landmenschen kann auch für die Seattle Legende NIGHTSHADE geltend gemacht werden, die in den letzten Jahren seit dem grandiosen Debüt nicht einen Tag gealtert zu sein scheint. Im Gegenteil. Auf Trends wird konsequent geschissen, moderne Gitarrensounds und neumodische Eskapaden ignoriert das Powerquartett und dem Drang der meisten Pseudometalbands nach überdigitalisiertem Plastiksound stellen sie eine natürliche, sehr wuchtige, dabei äußerst transparente Produktion entgegen, bei der man sogar das Plektrum benennen kann, mit dem Rick Pierce seine Gitarre bearbeitet. Das hat schon gesessen, so als Einstand, aber umso geiler ist dann die Musik. Als hätten wir immer noch 1983, so donnern, stampfen, peitschen, treiben und grooven sich die vier gestandenen Metalmänner durch neun eindringliche, sehr charismatische Songs, welche die britische Bodenständigkeit personifizieren würden, handelte es sich bei NIGHTSHADE nicht um eine Amikapelle. Urenglische Musik wird einem hier um die Ohren geklatscht, daß es eine wahre Sinnesfreude ist. JUDAS PRIEST und SAXON sind die Mixtur, natürlich nur grob angedeutet, denn NIGHTSHADE sind einfach zu lange dabei, um von den anderen Bands abzukupfern. Aber der Vergleich kommt hin. Die Power der „Painkiller“ Scheibe vereint mit der erdigen, emotionsgeladenen Melodik von „Dogs of war“. Nun, man kann sich darüber im Klaren sein, daß NIGHTSHADE dem durchschnittlichen Szeneposer nur ein müdes Lächeln abringen, unwissend, welch glänzendes Juwel hier für ihn bereitläge. Die Metalszene ist trendy, gefühllos, ausgerichtet auf Konsum und nichts als Konsum. Aber das lässt sich doch ins genaue Gegenteil verkehren, wenn NIGHTSHADE mit diesem neuen Album massiv die spirituelle Kraft der späten 70er, des Urmetals ins Leben zurückbeschwören. Diese Songs dampfen vor Leidenschaft, sie brodeln regelrecht auf dem Feuer der Emotionen. Die erkalteten Herzen der Trendmetaller werden wieder zu bluten wissen, sobald deren Seelen entflammt sind im Funkensturm beinahe besessener musikalischer Darbietung. Rick Pierce soliert wie vom Irrsinn befallen, Evan Sheeley am Bass und Frank Rongo am Schlagzeug pumpen dazu einen Rhythmus, der locker und extrem cool in die Waden fährt, dann aber den Hörer in Trance versetzt und bis zum letzten Tropfen Adrenalin auspowert. NIGHTSHADE haben den Rock’n’Roll anscheinend gepachtet. Tja, ein ultraordoxoes Festhalten an wundervollen Traditionen bringt eben mehr als das allmonatliche stilistische Wechselspiel. Da kocht einem Freund harter Beatmusik doch das Blut regelrecht in den Adern und man möchte sich die nächstbeste Keule schnappen und sich mit allem Disco – und Straßenrappervolk anlegen, welches da ganz obercool seine Runden dreht. Kultiviertes Amoklaufen befreit zuweilen von allen Sorgen. NIGHTSHADE an sich sind natürlich keine Aggrokapelle, sondern haben Songs, Melodien, Riffs mit sehr positivem, hellem Feeling. Da jetzt gerade Sommer ist, kommt diese Platte natürlich äußerst gelegen, wenn man mit heruntergedrehter Seitenscheibe und heraufgedrehtem CD Player im Auto durch die verfallene Innenstadt seines Heimatortes an den Ölköppen vorbeicrusaden möchte, um ihnen die Präsenz unerschrockener Rocker zu zeigen. Right on! So gehört sich das! Dem alten Geist treu verschworen sollten sich die wenigen echten Metalheads also zusammenfinden und true zur Fahne stehen, die da von NIGHTSHADE geschwungen wird. Sir Lord Doom

Hellion Records

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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