VA – One foot in fire – a tribute to Cirith Ungol & bonustrack CD

8,50

Ja, mich hat der ganze Tribute Wahn der letzten Jahre echt fürchterlich genervt. Tausendfach Iron Maiden, hier und da Metallica, Slayer, Venom im Übermaß, Black Sabbath, natürlich KISS, dazwischen immer wieder Running Wild oder Saxon, was nicht so schlecht ist, aber nun erst schlägt der metallische Untergrund zurück und das mit verfluchter Wucht. Cirith Ungol, die heuer als Gottväter des mystischen Metals (neben Manilla Road) gehandelten Kalifornier bekommen endlich ein Denkmal gesetzt und das von allerlei Bands aus Deutschland, der Schweiz, Polen, Italien, England und den USA. Jede dieser Bands bemüht sich, dem Original gerecht zu werden und doch einen gewichtigen Anteil eigener Identität einfließen zu lassen, was auch immer irgendwie gelingt. Natürlich ist es schwer, die originalen Überversionen zu erreichen oder gar zu toppen, aber als echter Ungoliant zeigt man Zähne und das ist es, was diesen Sampler hier ausmacht. Emerald aus der Schweiz haben mit „Heaven help us“, Monstrum aus Polen mit „Fallen Idols“, Battle Ram aus Italien mit „Join the legion“ und die polnisch – englische Verbindung Crystal Viper / Elixir mit „Chaos Rising“ die bekanntesten Stücke der vierten, metallischsten Ungol Scheibe angepackt, allesamt mit zufriedenstellendem Ergebnis. Grad Elixir und Crystal Viper lassen es sehr emotionsgeladen krachen, mit sehr feurigen Interpretationen der vorgegebenen Passagen, die auch schon einmal ins Balladeske abdriften können und immer wieder von immenser Wucht zurückgerissen werden. Die deutschen Doomer Dawn of Winter versuchen sich an dem für sie prädestinierten „Doomed planet“ Song und schmieden daraus einen schön schmierigen Kriecher. Solemnity, die teutonischen Horror Show Metaller, haben sich das dämonische, allerdings mit feistem „Ich bin frustriert, weil mich kein Weib flachlegen will“ Text versehene „What does it take“ vorgenommen und in die Neuzeit gebracht ohne dabei zu schlingern. Die Römer Rosae Crucis covern „Death of the sun“ vom „King of the dead“ Album in einer rasenden, fast thrashigen Version. Ihre Landsleute Assedium nehmen sich vom gleichen Album „Black machine“ vor und geraten dabei nahe an das Original, so hätte dieser Song wohl geklungen, wenn ihn die letzte Besetzung der Band für „Paradise Lost“ neu aufgenommen hätte. Dann sind da Holy Martyr aus Italien, die den Opener und Titelsong des 81er Debüts nachempfunden haben. Ganz im eigenen Stil natürlich, also als Mischung zwischen US Speedmetal und ausladender Epik. Geht das? Nun, wenn man das Original kennt, sitzt diese Version doch etwas verquer im Magen, bis man sich vom Schatten der übermächtigen Urfassung befreit hat. Ich finde den Song in dieser Interpretation sehr gelungen, da er dem Stück wirklich neues Leben einhaucht. Wer auch immer die niederländischen Rotten sein mögen, sie eröffnen die CD mit einem witzigen Potpourri aus verschiedenen Songs der Kultband, rein Instrumental allerdings. Dann wären da noch Falcon, die aktuelle Band des Ur Ungolianten Greg Lindström, welcher geistiger Vater der „Frost and Fire“ LP gewesen ist und neben vielen Gitarren auch noch den kompletten Bass und die Synthies eingespielt hat. Neben ihm am Bass und Darin Mc Closkey von der Doomband Pale Divine am Schlagzeug spielt der Hardrock – und Psychemaniac Perry Grayson, vielen noch von Destiny’s End und Isen Torr bekannt, hier eine besessene Gitarre und singt herrlich kauzig. „Shelob’s Lair“ ist dann ein eigenwilliger Hardrocksong, der dem urprünglichen Geist Cirith Ungols wirklich nahekommt. Erstklassig! Insgesamt eine lohnenswerte Scheibe für Ungolfreaks und Entdeckern im Bereich des metallischen Undergrounds. Daumen hoch!

Sir Lord Doom

Cirith Ungol Tribute

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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