VA – Tribute to Angel Witch CD

8,00

Wo kommt dieses schöne Stück denn her? Nun, ich habe da so meine Ideen. Richtig, der gute Rüdiger Abend vom Unbroken Metal Mag hat sich wieder einen Tribute aus den Rippen geleiert. Schauen wir doch mal, was diese Scheibe alles kann. Mit „Confused“ von der mir gänzlich unbekannten Band FIRE geht das Album ordentlich in die Vollen. Man ist heavy, sehr kraftvoll und eher dem US Metal mit dunkler Schlagseite zugetan, das spürt man. Sehr gute Umsetzung. Die guten EARTH FLIGHT mit „White witch“ sind nicht zu schlagen, spielen diese Hymne auf ihre Art, dennoch mit der richtigen Portion Metalpower, obschon sie eigentlich eine Neo 70er Hardrockband sind. Egal, es klingt wie aus den 80ern, nicht retro, sondern authentisch. VOREX sind mir noch nie untergekommen. Ihre Version von „Gorgon“ ist eine Mixtur aus Spacerock a la HAWKWIND und kräftigem Metal, sehr eigenwillig. Der Gesang ist roh und tief. CUSTARD machen aus „Frontal assault“ einen urdeutschen Metalbanger, erreichen allerdings nur Demoqualität, das Schlagzeug klingt hier etwas steril. Geil sind WITCHES MARK mit „Something wrong“, ebenfalls der „Frontal assault“ LP entnommen, einem doomig – epischen Düsterheavymetalkracher. Die Band hat sicherlich Zukunft, auch wenn sie mir noch nie untergekommen ist. Ich tippe auf Amis, denn nur die können diesen majestätischen Epicmetal mit solch zermalmender Wucht kombinieren. Dann kommen die für einen UM Tribute unvermeidlichen TORMENT und zerstören auf ihre unnachahmliche Art den Klassiker „Sweet danger“. Ihre nach alten SODOM tönende Speedmucke kann zwar vom Schlagzeug her überzeugen, aber das ausdruckslose Gebrüll des Sängers geht vollkommen in die Hose. Leider ein Totalausfall für ANGELWITCH Fans, aber vielleicht dem einen oder anderen Fan der alten SODOM ein Ohrenschmaus. EMERALD mucken nach ihrem geilen neuen Album mit „Dream world“ auf, welches ein weiteres Stück der „Frontal assault“ Scheibe darstellt. Erdiger, kraftvoller Hardrock und Metal wird hier geboten, mit Feeling produziert, mit Leidenschaft gespielt. Sänger Ivo hat seine spitze, fragile Stimme sehr gut im Griff und gibt dem Stück ein ganz eigenes Charisma. Die Gitarren sind eventuell etwas laut und der Bass rumpelt zu sehr im Vordergrund, aber sonst, kann man hier keine Meckereien anbringen, sehr schön gemacht. Ein absolutes Highlight auf diesem Album sind dann CRYSTAL VIPER aus Polen, die „Atlantis“ aus den Tiefen des Ozeans wieder hervorholen. Die Sängerin röhrt und screamt hexenhaft voller Besessenheit ihre Gesangslinien in die Ewigkeit, während die Instrumentalisten ein böses Feuerwerk entfachen. RAISING FEAR mit dem unsterblichen „Angel witch“ müssen mit ihrem netten Powermetal neuer europäischer Prägung (ohne Plüschattitüde jedoch) einfach am Original vorbeischrammen und so ist es auch. Nicht schlecht gemacht, aber kein Highlight, zu schnell, zuviel Doublebass, gesanglich zuwenig inbrünstig trotz Schreien, naja, ein okayer Song, wenn es ihr Original wäre. NEVER COMES SILENCE haben sich epischem Doomdeath mit sphärischen Elfenvocals (die allerdings nie nerven) verschrieben, gut auf ihrem letzten Album nachzuhören. Kann die Band nun eine ANGEL WITCH Coverversion spielen? „Evil Games“ ist von der „Screamin’n‘ bleedin'“ LP und hier als schleppend – sakraler Doommetal von höchsten Gnaden wiedergegeben. Man behält die nachvollziehbare Melodieführung bei, das sehr natürliche Todesbleistimmchen Marke OBITUARY und die betörenden Chants der Sängerin passen wie die Faust aufs Auge. Im Mittelteil wird es flotter mit wundervollen Soli. Klingt wie mystischer Doommetal mit deathigen Vocals, ganz große Klasse, auch wenn es hier komplett aus dem Rahmen fällt. Aber im Gegensatz zu TORMENT wissen NEVER COMES SILENCE Gefühl in Musik zu legen, egal ob eigene Songs oder Covertunes. Und dann beschwören BÄD INFLUENCE den Engel des Todes, yeah, „Angel of death“. Der Gesang ist nach wie vor komplett theatralisch, aber er passt, ebenso wie die brutalen, düsteren Riffs passen. Natürlich ist man mehr Powermetal als NWoBHM, aber BÄD INFLUENCE haben hier einen passenden, lebendig – wuchtigen Sound, spielen mit Leidenschaft und Magie. Ein Album mit eigenen Stücken von solchem Kaliber würde wohl zum Klassiker avancieren. Nun ist der UPWARDS OF ENDTIME Ableger LUCIFER’S SON am Start mit „Straight from hell“, einem weiteren „Frontal assault“ Track. So wie man es von Phil Swanson und seinen Projekten gewohnt ist, kommt der Song kauzig, ein wenig verquer, aber sehr sympathisch und mit Spirit durchtränkt beim Hörer an, der seine Rübe schütteln wird wie ein Besengter. Und aus dem Schütteln kommt man nicht mehr raus. ELVENPATH? Ich bitte Euch, das geht doch eigentlich gar nicht, oder? Ein BLIND GUARDIAN Rip Off, wenn auch ein guter, auf einer ANGEL WITCH Tribute CD? Mit einem irrwitzigen Götterstück der Marke „Loser“? Und doch, sie geben dem Song etwas mehr Powermetalenergie, spielen aber sehr gefühlsbetont und mit Liebe zum Original. Der Sänger klingt urbritisch, als hätten sie ihn von einer obskuren NWoBHM Band von 1980 ausgeliehen. Mein Kompliment an Till und seine Jungens! Nun wird es wieder doomy mit dem eigentlich recht flotten „Sorceress“. Nein, Herr Mutz von DAWN OF WINTER kennt da keine Gnade und nimmt die Geschwindigkeit raus. Aber auch ausgebremst ist das hier ein Genuss, anders, morbider, düsterer und erstklassig. Gerrit ist ein charismatischer Sänger, wenn auch technisch kein absolutes Ass, doch das stört nicht, er klingt beschwörend. Die fetten Lavariffs und das dahintorkelnde Drumming tun ihr übriges dazu, hier eine apokalyptische Atmosphäre aufkommen zu lassen. Gigantisch! Meine Freund von NOT FRAGILE lassen mit „Extermination day“ das Album ausklingen, machen den ANGEL WITCH Song zu einem ihrer eigenen Stücke, was an Bebbos typischen Vocals und den speedigen Klampfen liegt. Nun, was soll ich sagen, love it or hate it, gut gemachter Powerspeed Marke „Hamburger Schule“ ist es auf jeden Fall und NOT FRAGILE haben neben genügend Ausstrahlung auch das richtige Metalfeeling für solch einen Song am Start. Alles in allem ein überraschend gelungener Sampler mit einem Ausfall und zwei leicht schwächelnden, aber doch okayen Songs, ansonsten nur Krachern!

Sir Lord Doom

incl. Not Fragile, Earthflight, Dawn of Winter etc.

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Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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