AREKNAMES – Love hate round trip – red vinyl DLP

23,00

Irgendwie habe ich das Gefühl, daß die zweite Areknames Scheibe eine völlig andere musikalische Welt als das 2004er Debüt ist. Keine hässlich anzuhörende allerdings. Wo früher eine Art morbide – düstererr Stimmung vorherrschte, ist zwei Jahre später ein progressiver Jazzrockirrsinn verspürbar, gepaart mit klassisch vertracktem Orgelprog, schwebendem Symphonicrock und hardrockigen Elementen. Gerade bei den jazzigen Momenten ist schwirren Dir die Melodien um den Geist, bekommen dann aber schon bald Order, sich zurückzuziehen und betörenden Synthesizerläufen Platz zu machen, die Dich in einen Strudel der Emotionen hineinreißen. Die Musik von Areknames, zumindest auf diesem Album, klingt nicht sehr nach Bodenhaftung, sondern fliegt schon durch einen ganz eigensinnigen Kosmos. Doomfreaks, die sich vielleicht noch am Debüt laben konnten, werden erschrocken das Weite suchen, aber die Progrockfraktion andererseits wird ihren hellen Spaß haben. Keyboarder Michele und seine Mannen umspinnen das Gemüt des Hörers mit feingliedrigen, oft sehr fragilen Kompositionen, die zwar nicht den ultimativen Mitsingcharakter besitzen, dafür aber durch ihren emotionalen Tiefgang und ihre Vielschichtigkeit bestechen. Und einige ganz und gar nicht uneingängige Passagen finden sich auch hier, wo die Band erhaben wie Könige über von analogen Synthesizern gesponnene Klangteppiche wandelt. Areknames sind aber auch kein schnöder Pop, sie sind Prog und das soll der Hörer spüren. Ihre Songs sind kein konsumgerechter Mainstream, sie sollen erlebt werden. Auch hier hat sich eine Coverversion eingeschlichen, können die das denn nicht lassen? Ha! Gnidrolog werden verwurstet, der Song heißt „Snails“ und stammt vom 72er „In spite of Harry’s toenail“ Album der britischen Progger. Nun, auch Areknames finden kurz vor Torschluß noch teilweise zum Hardrock zurück, lassen aber keinen Zweifel, daß das nur kurze Ausflüge sind und ihre Jazz – und Fusioneinflüsse keinen geringen Stellenwert in ihren Kompositionen besitzen. Aber wie man es auch dreht und wendet, die Musik hier ist so vollkommen abgeflogen und intensiv, was die extrem saubere und doch mehr als lebendige Produktion noch unterstreicht. „Love hate roundtrip“ ist keine Nebenbeiplatte, hier muß man sich ausgiebig mit der Musik beschäftigen. Ob das in den heutigen Zeiten von glattgebügeltem Plastikrock und – metal noch möglich ist? Wo beim aktuellen Prog neben der bescheuerten Digitalproduktionenliebe noch der Hang zur kompositorischen Mathematik sämtliche Gefühle abtötet, da blüht die Magie des Lebens bei Areknames auf, gerade weil die Musiker soviel ungezügelte Lust in die Songs hineinstecken. Nun, keine einfache, aber eine wunderbare Scheibe. Und wer durchhält, bekommt zur Belohnung einige der bezauberndsten Melodien aller Zeiten zu hören.

Sir Lord Doom

Black Widow Records

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DLP

Zusätzliche Information

Gewicht 0.700 kg
Marke

0, 1

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