VA – A tribute to Death SS DLP

23,00

Das war aber auch höchste Zeit, daß den italienischen Helden in Sachen Düstermetal mal ein Denkmal gesetzt wird. Eine Menge kultiger Bands aus dem dunkleren Bereich des harten Rocks haben sich zusammengfunden, dies mit Andacht und dem Original gerecht werdend zu tun. Die schwedischen Abrißbirnen Tenebre, auf deren neuestem Album Death SS Sänger Steve Sylvester sogar einige Gastpassagen eingekauzt hat, vergewaltigen den Klassiker „Terror“. Tja, heavy as shit, kann man sagen, düster, melodisch und verdammt gut nachempfunden. Die Dramatik und anmutige Kraft des Originals wird hier mit einem guten Schuß schwedischer Rotzrockcoolness veredelt. Internal Void, die rührigen Kultdoomer, deren beiden Alben man als Genreliebhaber einfach kennen und besitzen Muß, sind nach dem Blue Cheer Tribute nun auch hier vertreten. Sie interpretieren den Up Tempo Hammer „Murder Angels“ neu und rocken, sie rocken einfach nur alles in Grund und Boden. Völlig entfesselt bricht ihre Leidenschaft für diese Musik durch die Oberflächenstrukturen des Originals und entfacht einen spirituellen Flächenbrand. Wenn es übrigens eine würdige Nachfolgekultband für Saint Vitus gibt, dann sind es diese Herren hier. Wollte das nur mal angemerkt haben. Church of Misery sind Japaner, Doom und auch dazu prädestiniert, den Kultgöttern auf kultige Weise zu huldigen. Ihre „Chains of Death“ Version ist gnadenlos schwer, ein wenig träge sogar, heißer als die Hölle und intensiv wie eine einen gerade überrollende 20 Tonnen Dampfwalze. Doom, wie man ihn sich vorstellt. Endlossoli und hypnotische Melodien, alles bekommt man hier. Monumentum hatten vor Jahren mal eine sehr düstere Gothic / Prog – Scheibe draußen, die sogar auf dem Label des Blackmetal – Gottes Euronymous hätte erscheinen sollen. Völlig krank und düster ist nun ihre Version von „Black & Violet“. Harte Gitarren sucht man quasi vergebens, dafür taucht man in faszinierend dunkle Soundlandschaften ein. Der Sänger scheint ein Vollpsychopath zu sein, so krass krank klingen seine Lautäußerungen. Der ganze Song bleibt im getragenen Tempobereich, erscheint auf der einen Seite ziemlich sanftmütig, spinnt jedoch das Gemüt des Hörers in Windeseile ein und entläßt jene arme Kreatur dann nie mehr aus seinen Fängen. Nach soviel Furcht kommen mir Northwinds aus Frankreich gerade recht. Sie sind eine meiner neueren Lieblingsdoombands, seit ihrem großartigen Debütalbum verehre ich sie und ihr Beitrag zum Black Widow Tribute war ein ganz besonderer welcher. „Night of the Witch“ von Death SS schänden sie ebenso gelungen ein. Zuerst gibt man sich zurückhaltend in niedrigem Tempo, dann tritt man das Gaspedal etwas durch und donnert sich durch einen groovig – irren Doomsong mit völlig abgepfiffener Wah – Wah – Gitarre. Geilst! Cultus Sanguine haben sich mit „Horrible Eyes“ einen der Klassiker der Mannen um Steve Sylvester ausgesucht, einen treibenden, düsteren Hit mit völlig nihilistischem Grundfeeling. Und es geling ihnen, dieses Stück auf ihre Weise zu interpretieren, auch wenn sie das Original nicht ganz erreichen, so kommen sie mit ihrer Huldigung jenem Wahnsinn doch nahe. Wie mögen ihre regulären Alben klingen? Malombra, jaaaaa, ich bin seit ihrer „Our Lady of the Bones“ LP, die eine Mischung aus mit phantasievollen Melodien gespickten Psychedelic -, Progressive – und Gothichardrockeinflüssen darstellte und trotz vieler den Himmel verdunkelnden düsteren Momente oftmals eine sehr friedfertige, lebensfroh – anmutige Atmosphäre offenbahrte, ein bekennender Fan ihrer Musik und ihres eigenwilligen Sängers Mercy, egal, was der gute Mann so anpackt (Heldenrune und Il Seigno del Commando sind auch Pflichtbands für Liebhaber obskurer Düstermusik, die abseits jeglicher Trends liegt). Malombra spielen hier „The Hanged Ballad“ nach, eine Ballade vom „Black Death“ Album Death SS‘. Malombra geben diesem ohnehin schon völlig ergreifenden Song durch noch pathetischere Ausdrucksweise eine bisher selten erlebte Tiefe. Traumhaft schön ist diese Version. Equinox of the Gods, das klingt nach Deathmetal oder dergleichen. Ist es dann auch fast. Der Sänger klingt tief, sehr tief und gruftig, wie ein bitterböses Monstrum und doch artikuliert er sich ertaunlich melodisch. Viele Synthies und Keyboards sorgen in den ruhigeren Passagen dieser Dark Metal Version von „Liber Samekh“ für Abwechslung. Ein pompöser Pathos liegt wie Pulverdampf auf dem Schlachtfeld über diesem Stück. Klingt faszinierend und völlig krank. Mit einem Mönchschor beginnen Stormlord ihre Version von „Baphomet“. Schräg. Auf dem reichlich mißlungenen neuen Album der italienischen Blackmetaller ist dies das stärkste Stück, hier, naja, eines der schwächeren. Der Gesang ist etwas eintönig und wird dem Spirit Death SS‘ nie gerecht. Dafür kann sich der instrumentale Teil hören lassen und mit der Zeit vergibt man Stormlord, daß sie ihren kleinen Kreischling am Mikro nicht vorher gegen einen fähigeren Mann ausgetauscht haben. Nette Version, next one please. Lord Brummel, ach herrje, welch ein Name (grins). Sie sind eine der neueren italienischen Düsterkapellen und können sich auf nationaler wie internationaler Ebene mit allen Dunkelrocktruppen messen. „Baron Samedi“ wird hier eingeschreddert und wie genial sie es getan haben! Eine wahnsinnige Metalversion, düstere, tonnenschwere Gitarren, leicht effektüberladene Drums (was todgeil klingt), irrwitzig emotionale Vocals, die haben es echt drauf. „Baron Samedi“ war immer schon eine kämpferische Hymne, was Lord Brummel daraus gemacht haben, dem läßt sich mit schnöden Worten nicht huldigen. Geil! The Tempter sind Spanier, deren sehr geiles Demo mir noch in guter Erinnerung ist. „Spiritualist Seance“ ist ihr Coversong. Doom, was sonst. Schwer, walzend und mit mächtig kauzigen Vocals veredelt bohren sich die Melodien dieses Stückes bis in die tiefsten Regionen unseres Geistes. Alleine das total entfesselte und zugleich wunderschöne Solo ist es wert, ihnen einen Altar zu bauen und für sie Gebete zu den Metalgöttern zu schicken. Stone Immaculate haben sich an einer „Scarlet Woman“ vergriffen, hoffentlich landen sie dafür nicht im Knast. Ach was, ihre Version mit den witzigen Zirkusmelodien ist schon völlig geil. So friedvoll, majestätisch verträumt, rockend und doch nicht übermäßig heavy. Düster – psychedelischer Rock, sehr abgefahren, möchte ich fast meinen. Viele feierlich anmutende Orgelpassagen addieren eine unerhörte Tiefe und andächtige Atmosphäre zu diesem Stück. Schön. Diese Band hat Höchstnoten verdient! Abysmal Grief aber auch. Doomig, ultradüster, tonnenschwer, das sind Attribute, wie man sie von einer Band erwartet, die Death SS covert. Der Sänger hat eine tiefe, vulominöse Stimme, völlig beschwörend. Mir kriecht eine Gänsehaut über den Rücken, so lebendig erscheinen die Bilder der schwarzen Mumie vor meinen Augen. „Black Mummy“, was für ein Song! Was für eine Coverversion, IRRSINN!!!!! Abgeschlossen wird diese CD von einer sehr progressiven Version des eh schon progressiv – improvisierten Avant – Garde Krachers „Black Mass“. Drastic nennen sich die Interpreten. Sphärische Klänge von völliger Entspanntheit, dunkle, beschwörende Stimmen, eine schwarze Messe halt, die den Satan in uns heraufholt! Alles in allem ist dies, wie die beiden Tributesampler vorher, eine weitere sehr gelungene Platte, auf der es keinen echten Ausfall gibt. Hail to Black Widow Records für diesen Sampler!

Sir Lord Doom

Black Widow Records

Artikelnummer: 14408 Kategorie: Schlüsselworte: ,

DLP

Zusätzliche Information

Gewicht 0.700 kg
Marke

0, 1

Zuletzt angesehene Produkte