FURY`N`GRACE – Diabolism of conversation CD

15,50

Ich war vor einiger Zeit bekennender DOOMSWORD Fanatiker, gerade der ersten drei Alben. Dann verlor sich diese Band in meinem musikalischen Interessengebiet unter vielen anderen, die irgendwie an meiner Aufmerksamkeit vorbeispielten. Nun hab ich den guten Deathmaster als Sänger der Gruppe FURY`N`GRACE erleben dürfen und bin hin und weg von dem, was mir hier aufgetischt wird. Epicmetal? Progmetal? Jamrock? Tja, hat der liebe Deathmaster vorher eine Unmenge von BATHORY Platten gehört, insbesondere seit Heldenmetalphase ab 1989, so scheinen nun die neueren MANILLA ROAD zu seinen Vorlieben zu gehören. Nee, echt mal, neben der „Playground of the damned“ ist das hier das weltbeste MANILLA ROAD Album, welches 2011 neu erschienen ist. Gut, der Gesang stimmt nicht ganz, Shark und Hellroadie klingen eben auch sehr eigen, aber der hohe Grad an Verspieltheit, die abseitigen und doch so packenden Melodien, die ausladenden Kompositionen, das ist genau die Musik, welche man von den Amis seit dem Comeback 2001 zu hören bekommt und die man entweder vergöttert oder abgrundtief verachtet. Ähnlich wird es nun FURY`N`GRACE gehen, die das Zeug zur absoluten Kultband haben, jedenfalls mit diesem Album. Melodien sind genügend vorhanden, aber die muss sich der gebannt lauschende Fan mit Geduld erarbeiten. Der heroische Hymnenfaktor fällt somit gleich von Anfang an flach. Zuhören ist angesagt. Und wenn man sich diese Scheibe dann daheim durch die Lauscher pustet, kann man schon ins Schwelgen geraten. Sehr interessant ist stets die Schlagzeugarbeit, diese vielen wunderbaren Figuren, der stets präsente, packende Groove. Darüber zaubert die Gitarre der Welt entrückte Akkordmuster, die oft herrliche Melodien mit sich tragen, allerdings gekonnt in die trockenen, harten Läufe eingeflochten. Manchmal wird es sehr verrückt, da ist weiter hinten „Von der Vermählung des Salamanders mit der grünen Schlange“, ein atmosphärisches Orgelstück, über dem eine Frau mit beschwörender Stimme auf Deutsch (!) eine dunkle Geschichte rezitiert. Das gerät schon beinahe in den Horrormetal von DEATH SS, an PAUL CHAIN`S VIOLET THEATRE oder in 70er Avant – Garde Gefilde. Aber es ist ein interessantes Zwischenspiel. Zu dieser Atmosphäre passt sehr gut, dass Deathmaster hier zwar sehr emotionsgeladen und mit voller Theatralik, dennoch zurückhaltend singt. Seine Stimme ist natürlich charismatisch wie eh und je, aber er setzt sie weniger direkt in Szene. Wie steht es denn nun mit den Songs an sich? Macht es Sinn, sich hier einzelne „Hits“ rauszupicken. Dazu ist das Album zu sehr Gesamtkunstwerk, zu verschachtelt und verspielt mit zu vielen Drehungen und Wendungen. Ein Werk für Liebhaber harter, epischer Metalsounds, die eben abseits der typischen aktuellen Heldensagen liegen, die auch mal komplett runtergefahren werden und dann Platz machen für fragil anmutende Spielereien. Absolut empfehlenswert, aber weitab von allem Mainstream.

Sir Lord Doom

Underground Symphony, Doomsword Sänger Deathmaster

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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