MARTIRIA – The age of the return CD

15,50

Neues Album, neues Glück! Wie auch immer, Martiria, die mit einer guten Eigenpressung punkten konnten, haben es nun zu Underground Symphony geschafft. Nicht alles ist dort irgendwie so schlecht, man entdeckt immer wieder eine schöne Perle, so auch die vorliegende Band, die ganz einfach nach Warlord klingt, durch und durch nach Warlord. Der Bandkopf und Gitarrist war u.a. bei Dunwich, einer kultig – obskuren Epicprogband, die drei wirklich abgepfiffene Scheiben, eine davon auf Black Widow Records, draußen hat. Der Sänger war sogar als Damien King III mal irgendwann bei Warlord tätig, kein Wunder also, daß sich Martiria ganz im Sinne von Bill Tsamis und seinen musikalischen Projekten lautäußern. Dabei sind die herrlichen Gesangslinien zu beachten, die Hand in Hand mit den zwar vollkommen von den großen Amis abgekupferten Riffs und Melodieläufen gehen. Die Leads sind so betörend, die Stimme so eindringlich und die Riffs packend, mitreißend, es macht einem nichts aus, daß diese Band hier nicht wirklich einem eigenen Weg folgt. Martiria gehen hierbei ab und an nicht unbedingt supergeradlinig zuwerke, sondern lieben neben den schön straighten Passagen auch verspieltere Momente, wo sie ihre Liebe zum Progressivrock und – metal kundtun können. Die Harmonien der Leadgitarre besitzen oft eine sehr intensive folkige Stimmung, egal ob in den hardrockenden Abschnitten oder nicht gerade selten eingebrachten balladesken Momenten. Man mag sich hierin wahrlich verlieren. Martiria übertreiben den Kitsch gar nicht mal so, was die Musik und ihre Atmosphäre daher absolut natürlich und ehrlich wirken lässt. Der bodenständige Sound tut seinen Teil dazu. Man braucht sicher seine Zeit, um sich mit dieser Scheibe vollends zu arrangieren, sie gehört nicht zu den simpelsten Stücken. Sogar doomiger Metal kommt zum Tragen, erinnert an die besten Candlemass Zeiten und damit an die Anfänge von Martiria. Das ist Musik, die so beseelt und so leidenschaftlich komponiert und vorgetragen wird, daß einem das Herz in Flammen aufgeht. Sicherlich wird es Leute geben, die mit den Warlord – Anleihen nichts anfangen können, obschon die Masse der eher untergrundig orientierten Metalheads doch an Kaliforniens Besten keine Beanstandungen haben dürfte. Martiria sind sehr inspiriert bei der Sache und machen keinen Hehl daraus, daß ihnen der meiste aktuelle Trendkram am Popöchen vorbeimarschiert. Ihre Musik ist halt eher an Melodien orientiert und besitzt eine Menge Hooks, die sie zuweilen eingängig wirken lassen, was sie oberflächlich auch ist. Spielerisch kann die Truppe mit sämtlichen 80er Helden ähnlichen Kalibers mithalten, Adramelch, Warlord, egal, Martiria bringen es. Die Keyboards sind in diesem Zusammenhang auch keine Fehlplanung der Bandführung gewesen, denn die gehören zum Warlordsound ebenso dazu wie die melancholiedurchtränkten Melodien. Hach, die Scheibe könnte fast das verlorengegangene zweite Warlord Album von 1985 sein, so tiefsinnig und so majestätisch groß gibt man sich. Auch die Produktion entspricht diesem Bild, ich erwähnte es, erdig, voller lebendig fließender Magie. Wenn man die alten Warlord geliebt hat, wird man an dieser Scheibe sicher nicht vorbeikommen. Sie ist nicht schwächer als „And the cannons of destruction have begun“.

Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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