POWERFUL – Welcome to the slaughterhouse CD

15,50

Ein weiterer neuer Release auf My Graveyard und er macht seinem Namen alle Ehre. Kraftvoll geht diese Band zuwerke, mit furiosen Gitarren und einer Kehle aus purem Stahl. Ganz einig ist man sich allerdings noch nicht, ob man nun geradlinigen, verwinkelteren Powermetal oder Doommetal oder irgendwas dazwischen spielen will. So ist hier und da ein wenig erhabene Mystik zu verspüren, dann jagen Powerful über vertrackten und doch ungemein arschtretenden Rhythmen liegende Riffkaskaden durch die Lauscher des inzwischen ganz gebannten Hörers. Ja, das hier ist feinster, wenngleich nicht sofort wirklich zugänglicher Powermetal, wie man ihn von diversen US Bands der mittleren bis späten 80er kennt. Im Grunde eine Runde Sache. Gibt es einen Haken? Ja, Powerful sind keine alte Band und auch keine Amis, aber mehr ist da nicht zu kritisieren. Leider sind die Fronten der Unter – und Unteruntergenres heuer so sehr verhärtet, daß es eine solche Truppe nicht einfach haben wird. Im Progmetal schwört man auf Dream Theater oder gar gänzlich unmetallische Gestörtheit wie Disillusion, im Powermetal sind entweder die kitschüberfrachtet fröhliche Variante oder mit tiefer gestimmten, komplett digitalisiert aufgenommenen Instrumenten auf aggressiv getrimmte Bands angesagt, dazwischen dann mal ein paar Legenden der 80er, die aber alle auch genügend Kultstatus aufbauen konnten, um heute von dieser Basis aus zu operieren. Was bleibt? Für Thrashfreaks sind Powerful nicht hart genug. Man sitzt also zwischen allen Stühlen, obgleich die Musik wirklich klasse ist. Denkt Euch Judas Priest zu „Painkiller“ Zeiten, also diese herrlich sägenden Riffattacken, einen screamenden, sehr stolzen Sänger, treibende Rhythmen, wuchtige, packende Songs daraus gedreht. Denkt Euch nun eine technische Komponente dazu, irgendwo zwischen Toxik, Watchtower (zum zweiten Album), Realm, nur eben weniger thrashig. Immer wieder lockern majestätische, mittelschnell dahinschwebende Passagen mit doommetallischer Erhabenheit diese Kompositionen auf. Wobei ich den Anteil geradlinig donnernden Stahls schon als stärkstes und in diesem Fall tragendes Bauelement sehen möchte. Powerful sind nicht leicht in eine Schublade zu stecken und doch bewegen sie sich ganz im Rahmen dessen, was der kräftigere und doch unknüppelige Metal zwischen 1987 und 1992 hergegeben hat. Nach und nach werden sich die Songs tief in die Herzen der geneigten Metalheads einbrennen, werden dort neben Realm und solchen Bands als ewige Monumente bestehen. Hier stimmt ansonsten alles vom fetten und doch natürlichen Sound bishin zur virtuosen Darbietung der Instrumentalisten. Für Liebhaber gänzlich simpler Materie ist das hier sehr harter Tobak, aber wir haben den Interessentenkreis ja bereits benannt. Powerful sind natürlich „true as steel“, wie man so schön sagt. Trendige Einflüsse bleiben außen vor. Sie sind nicht modern, sondern gänzlich zeitlos, passen in jede metallische Epoche der letzten 20 Jahre hinein. Wer sich mal wieder ausgiebig mit einer Metalscheibe beschäftigen möchte, damit diese ihm dann nachher in Fleisch und Blut übergeht, ist hier genau richtig. Bang your head!

Sir Lord Doom

Power Metal

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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