POWERSURGE – Eye of the storm CD

15,50

Und ein zweites Album randvoll mit verspieltem, dennoch geradeaus gerichtetem Heavy Metal gibt es von Powersurge bei Battle Cry Records. Von Anfang an besticht die Aufnahme durch einen ebenso lebendigen wie satten Sound. Ist das Material von 1986 oder 1989? Laut Informationen vom Cover sind das die Jahrgänge jener vertretenen Aufnahmen. Egal, die Scheibe fetzt komplett. Glasklar scheinen alle Instrumente durch, dennoch steckt jede Menge Gefühl und Leben im Klangbild. Powersurge geben sich hier doch ab und an recht verwinkelt, mysteriös und doch irgendwie bodenständig im Bereich der Melodien, als würden Yes, Rush, Iron Maiden und Judas Priest zusammen eine große Jamsession durchziehen. Ich schätze, daß es sich um neueres Material handelt, welches später auf dem Album in anderen Versionen zum Tragen kam. Huh, wirklich geradliniger Kommerzrock ist das nicht und kann ohne Umschweife mit den ganzen totproduzierten Progmetalkaspertruppen mithalten, war dabei noch METAL pur. Hier kam das ganze kompositorische und spielerische Potential der Band raus. Die Riffs rangierten von wuchtigem Metalstakkato bishin zu komplexen Läufen und betörenden Melodiebögen, im Rhythmusbereich wurde gegroovt und gewirbelt, nicht jedoch ein gerader Beat durchgezogen. Tempi wurden öfter gewechselt als die Unterwäsche und trotzdem floß die Musik die Kehle runter wie der beste Rotwein. So nutzte sich das Songmaterial nicht so rasch ab, bot immer wieder Platz für neue Entdeckungen bei jedem Hördurchlauf. Powersurge hatten mehr erdigen Rock im Blut als zum Beispiel die verrückten Watchtower, die epischen Fates Warning und die etwas abgehobenen Queensryche und trotzdem spielten sie mit den Großen in einer Liga. Es war natürlich so, daß ihre Melodien nicht so direkt in die Sinne explodierten, sondern sich entweder einem Reptil gleich aus dem Strassenstaub erhoben oder wie bei der betörenden Halbballade „Who is lord“ betörend sphärisch aufs Gemüt legten. Ja, eine Halbballade ohne schmalzige Peinlichkeiten, das war Ende der 80er im Sleazerockzeitalter nur schwer vorstellbar und funktionierte doch. Doch die knallharten Songs überwogen. Das waren teilweise Riffgewitter unter denen man selbst als geneigter Fan zusammenzubrechen drohte, so immens heavy fauchten die Klampfensounds aus den Boxen. Mensch, Powersurge waren ganz eigen, trotz der Parallelen zu anderen Bands, die vielleicht Einfluß waren, vielleicht aber auch nur die gleichen Wurzeln besaßen. Wie man es auch dreht und wendet, an Powersurge ist eine sehr gute Band verlorengegangen, doch wer weiß, ob sie nicht irgendwann doch ausgewimpt wären?

Sir Lord Doom

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Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

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