RISE AND SHINE – Empty hand CD

15,50

Sie sind seit jeher, seit den Demos Mitte der 90er, seit dem ersten Album 1999 und seinen beiden Nachfolgern für kräftigen, krachenden Hardrock mit metallischer Kante und einem doomigen Einschlag bekannt, der seine Wurzeln tief in den 70ern hat. Das Spiel der Band ist entsprechend locker, trotz der stählernen Wucht, die aus den Stücken in unser Leben dröhnt. Zwei Aspekte sind es, die jeden Song hier zu einem spirituellen Brandsatz machen. Die Gitarrenarbeit, der stets nicht nur brachial tosende Akkorde, sondern auch betörende, höchst gefühlsintensive Harmonien entspringen und Sängerin Josabeth, welche eine mittelhohe Stimme voller Blues und Strassendreck offenbart, die zwischen lebensbejahender Wut, Verzweiflung und Entschlossenheit sämtliche Gefühlslagen wiederspiegelt, tiefer liegt als man das von einer Sängerin gewohnt ist, ungewöhnlich rau sein kann, wenn Josabeth es will, aber auch betörend wie eine Folksängerin. Die Kompositionen an sich sind natürlich sehr traditionell gehalten, etwas ruppig und raubeinig, wie ich finde, aber allesamt ehrlich und auf ihre Weise eindringlich. Nach einer geringfügigen Eingewöhnungszeit ist man in ihnen und erlebt sie intensiv. Der alte Heavy Metal hat sich irgendwo in seiner Tiefe mit krachigem Neanderthalerblueshardrock verbunden, das ist auch nicht wieder rauszubekommen. MOTÖRHEAD wären wohl stolz auf solche Songs, wenn sie mehr mit BLACK SABBATH und LED ZEPPELIN gejammt hätten. 1971 natürlich. Ja, das sind so tumbe Versuche, ein Klangbild zu klassifizieren. RISE AND SHINE sind mehr als eine bloße Kopie irgendwelcher Rocklegenden, sie zaubern sich einen eigenen musikalischen Kosmos, der schöne, mitreißende Melodien und einprägsame Songs kennt. Jede der bisher vier Scheiben dieser Band war so und sie weichen nicht von ihrem Kurs. Ich denke mal, wer heuer auf Bands wie GRAND MAGUS abfährt, wird eine Menge Freude mit RISE AND SHINE haben. Qualitativ sind Josabeth und ihre Mannen den wesentlich erfolgreicheren Acts ebenbürtig. Cool ist das abgeflogene, verspielte „Harmony and noise“, zwischen Doom, 70er Hardrock und Acidrock pendelnd, leicht jazzig in der Rhythmik, bluesy und laut, auf coolem Riffing fußend. Traditionell fürwahr, aber schön zu hören und sicher einer der herausragenden Songs hier. Wobei das schwer ist, denn jedes Stück hat einen eigenen Charakter. Tja, Fans der Band schlagen zu, ansonsten sind Freunde metallischeren Schwedenhardrocks gefragt.

Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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