SEVENTH ANGEL – The dust of years CD

15,50

Nach siebzehn Jahren starten die britischen Doomthrasher ein fulminantes Comeback. Ian Arkleys Gesang hat sich ein wenig verroht, grollt und donnert gleich einem außer Kontrolle geratenen Gewittersturm über den majestätisch dahinwogenden Riffs, die sich zwischen Doommetal der CANDLEMASS Fraktion und erhaben epischem Thrash bewegen. Thrash? Naja, auf gewisse Weise schon. Aber in sehr, sehr eigensinniger Fassung. Zuletzt hab ich solche Musik von PARADISE LOST 1992 und von CEREBRAL FIX im Jahr davor gehört. Gnadenlos, düster, dreckig und mitreischend hymnisch wird hier zum Totentanz aufgespielt, als gäbe es kein Morgen mehr. Auf Geknüppel braucht Ihr allerdings nicht spitzen, davon distanziert sich die Band. Sie liebt es wuchtig, sie liebt große Melodien von der Leadgitarre her, sie liebt das große Theater und Drama, wie es sich für epischen Doommetal gehört. SEVENTH ANGEL spielen Musik, die wie aufgewühlt brodelt wie ein sturmgepeitschtes Meer, mit gigantischen Harmoniewellen, allerdings ohne in Kitsch abzudriften. Immer wieder fließen weniger grollende, melodiereiche Klargesänge in die packenden Kompositionen ein, vereinen sich sogar mit den Donnervocals zu betörenden Linien, die einen urigen Zauber mit sich bringen. Faszinierend! Zu schön für diese schnöde, graue Welt. Der Doombereich hat 2009 schon einige kommende Klassiker ausgespuckt und mit SEVENTH ANGEL bricht eine weitere Band in Richtung Genrespitze auf. Mainstreamgeier dürften sich hieran die Finger verbrennen. Wenn gotische Männerchoräle über verwunschenen Gitarrenläufen die Sinne des gebannt lauschenden Hörers einspinnen, wenn sich die Band in einen stählernen Lustrausch hineinspielt und gar nicht mehr aufhören mag, mit einer eruptiven Intensität alles zu zermahlen, was sich an Widerstand in der sterblichen Fleischeshülle des Metalheads breitmacht, dann ist es zur Umkehr bereits zu spät. Man wird gefangengenommen, in eine fremdartige und doch wunderschöne Welt hineingerissen. Die Gitarren spinnen tragende Harmonien von einer überirdischen Anmut, die kaum mehr etwas menschliches an sich haben, sondern von Engeln gespielt zu sein scheinen. Es gibt sicherlich viele gute Doomacts, aber die herausragenden Meisterwerke sind nach wie vor selten. Diese britische Band hat eines erschaffen und ist 2009, siebzehn Jahre nach der letzten, heute als Klassiker derberen Britenmetals geltenden LP auf einem Kreativhöhepunkt angelangt, der schwer zu erreichen ist. Und sie haben noch diesen alten, ewigen Geist in ihren Kompositionen, welcher für alle Zeiten in Stein gemeisselte Monumente von schnellebigem Fastfoodsound abgrenzt. Und das ohne arrogant zu wirken. Hätten sie dieses Album in den frühen 90ern bereits unters hungrige Metalvolk gebracht, so wären sie heuer ganz woanders. Aber sie fühlen sich im Underground wohl, wo die wahre Inspiration, die echte, unverfälschte Kreativität herrscht. Großartig!
Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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