SNOWBLIND – Democracy CD

15,50

Was ein uriger Kram uns da doch aus den Archiven der NWoBHM Bollwerke heraus vorgesetzt wird. Wer hätte jemals mit einer CD voller Snowblind Demos gerechnet? Nun, meckern will ich hier nicht. Snowblind waren die Nachfolger der leider nur mit einer Single vertretenen Sabre, die soliden, eigensinnigen Heavy Metal spielten und sich irgendwann ob der Hinwendung einiger Mitglieder zum Melodicrock sang – und klanglos auflösten. Eine Compilation mit Demo – und Rehearsalstücken gibt es ja inzwischen zu bestaunen, bei der man nur sagen kann, daß es echt schade ist, was mit Sabre passieren mußte. Aber dann kamen Snowblind und griffen gleich tief in die Trickkiste des melodischen Hardrocks und AOR Sounds. Ihr einziges Album von 1984 oder 85 war sicher nicht der superbe Verkaufsschlager, weil auch ganz einfach britische Bands des Genres immer verschmäht worden sind, während die Amis mit vielfach seichtem Scheiß reich wurden. Egal, Snowblind versuchten sich an gutklassigen, schmissig – melodischen Songs, denen es an einer gewissen Grundhärte nicht mangelte. Und da setzt nun diese „neue“ CD an. Das erste Demo von 1983 mit dem Interimssänger Chad Brown schickt vier geradlinige, dabei recht kraftvolle Hardrocker in die Runde, von denen alleine „Possession“ später auf dem eigentlichen Album landete, in einer wesentlich geschmeidigeren Version allerdings, bei der die ursprüngliche Power der Komposition etwas unterging. Hier gab es feine Melodien gleich am Stück, die auf packend arrangierten Gitarrenharmonien und geradlinigen, aber sehr gefühlvoll inszenierten Keyboardläufen basierten. Der Gesang war urtypisch britisch, nicht zu hoch, sehr ausdrucksstark und wandelbar, was die emotionale Seite anging. Die drei nächsten Songs sind vom 84er Demo, dem zweiten seiner Art vor dem Album. Hier wird ebenfalls grandios zum Tanze aufgespielt, man spürt die Mühe, die die Musiker inzwischen in die Band gesteckt hatten, ihre Kompositionen zu verfeinern und voranzutreiben. Die epische Bandhymne hat es leider nie auf das Album geschafft, was eine kommerzielle Entscheidung der Plattenfirma war, die dann irgendwie nicht aufging. Pech gehabt! Es folgen noch drei Stücke des ersten Demos, die mit dem neuen Sänger, welcher auch das Album einsang und einigen zusätzlichen Gitarrenläufen zur Probe neu eingespielt wurden und wiederum eine andere Seite der Band dokumentierten. Snowblind bewegten sich zwar stilistisch nicht von ihrem eingeschlagenen Pfad fort, doch sie wuchsen, wurden selbstbewußter und überzeugender. Metal waren sie natürlich nie wirklich, doch für mitreißende Rocksongs standen Snowblind ein. Neben dem zweiten Saracen Album, den 1985 zu Stratus mutierten Praying Mantis und der „Pyromania“ von Def Leppard konnte sich ihr Album hören lassen und die Demos sind nicht weniger geil.

Sir Lord Doom

ex Sabre, NWoBHM

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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