TRINAKRIUS – Sancta inquisitio CD

15,50

Bis auf die kleinsten Mittelmeerinseln scheint sich der Doommetal Virus ausgebreitet zu haben wie die Vogelgrippe. Nachdem die Malteser Forsaken schon mit drei vollen Alben und einer sehr guten EP unsere Ohren verwöhnten, wollen nun die Sizilianer ihren südwestlichen Nachbarn nicht nachstehen und schicken mit Trinakrius eine erstklassige, sehr typische Doommetalkapelle ins Rennen, die auch gleich bei Underground…pardon….Doom Symphony einen Vertrag ergattern konnten. Zurecht, wie ich meine. Neben den wuchtigen, schleppenden Metalriffs und stampfenden Rhythmen finden sich in vielen Stücken balladeske Momente, die im rechten Augenblick mit stählerner Kraft erfüllt werden und den durchdringenden Melodien einen gewaltigen Ausdruck verpassen. Die Musik dieser Band ist sehr feierlich und oft pompös, kriecht jedoch nicht durchgehend von Melancholie zerfressen auf dem Klanggrund herum, sondern zieht sich mit donnernden Powermetaleinlagen desöfteren selbst am Schopfe aus dem Gefühlsmodder. Betörend schöne Harmonien sind das Markenzeichen dieser Band, deren Sänger gefühlvoll und doch sehr inbrünstig seine Texte in die Kammern der gebannt lauschenden Doommetaller hinausschmettert und das sehr häufig in hohen, vielfach an Hysterie grenzenden Lagen, die Bands wie Judas Priest zu „Painkiller“ Zeiten oder gar Sanctuary und Helstar in Erinnerung rufen, wobei sie selbstredend nicht derartig wild abfetzen. Vergleichbar sind Trinakrius mit ihren Genrekollegen aus Malta, den grandiosen Forsaken, auch wenn sie schon ihre ganz ureigene Persönlichkeit zum Tragen kommen lassen. Die Sperrigkeit ihrer Stücke hält sich in Grenzen, andererseits wird es mit der Eingängigkeit nicht übertrieben. Ein Schuß epische Ausdrucksstärke rundet die abwechslungsreiche CD ab. Klanglich wurde die Band gut in Szene gesetzt, der Sound ist transparent, sehr heavy und lebendig. Man hört sehr schön die Bassläufe heraus, die oft ganz eigene Wege einschlagen und nicht nur reine Unterstützung für das Schlagzeug sind, sondern sich interessante kleine Melodielinien zurechtspinnen. Die Leadgitarrenarbeit ist höchst intensiv, die Soli werden geschickt platziert und nicht nur in Verbund mit den walzenden Lavariffs, sondern gerade in einigen unerwarteten Zwischenspielen dargebracht. Keyboards bleiben hier außen vor. Einige wenige Orgelintros und kurze Einlagen sind okay, die Hauptlast tragen die Klampfen mit stählerner Entschlossenheit. Trinakrius bringen wieder ein Stück der Weltkarte unter doommetallische Herrschaft, was doch sehr zu begrüßen ist. Die Jungs wissen noch, wie man echte Songs schreibt, die sich auch wiedererkennen lassen. Ein ganz herausragender Hitsong wie bei Forsaken das geniale „Via crucis“ fehlt zwar, aber Trinakrius fangen ja auch erst an.

Sir Lord Doom

Doom Symphony, Doom aus Sizilien

Artikelnummer: 12009 Kategorie: Schlagwörter: ,

CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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