WICKED MINDS – Visioni, deliri e illusioni CD

15,50

Der Nachfolger zum 2006 erschienenen „Witchflower“ Album war ja lange überfällig und die WICKED MINDS aus Italien haben sich die Zeit nehmen müssen, denn es sollte ein sehr eigensinninges Projekt werden. Nicht alleine, dass sie für den italienischen Progressivrock der 70er das sein wollten, was die Pfälzer ROXXCALIBUR für den NWoBHM Sound sind, es mussten auch der eine oder andere Musiker jener von den WICKED MINDS auf ihre ganze eigene Weise neu interpretierten Bands dabei sein, um einen Hauch des Flairs der Originale zu versprühen. Und das funktioniert, auch wenn man mit vielen Problemen, u.a. einem Wechsel auf dem Posten des Leadsängers, zu kämpfen hatte. War auf den zwei Vorgängern noch der bluesige Sänger J.C. Cinel Hauptträger der Stimmarbeit, so haben sich die Altherrenrocker nun eine junge, sehr begabte Dame ans Mikro geholt, die für die Zukunft die Alben veredeln wird. Zudem fand sich in der bezaubernden Sophya Bacchini (PRESENCE) eine mehr als passende Gastsängerin für die eine oder andere Coverversion. J.C. ist hier noch bei den meisten Stücken zu hören, offiziell aber nur noch als Gast aktiv. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Was bringt uns die Scheibe denn jetzt? Der auf „From the purple skies“ und „Witchflower“ zelebrierte verspielte Acidhardrock mit tollen Keyboardeinlagen von Paolo „Apollo“ Negri wurde für die den Originalen gerechte Umsetzung der Songs weiter an den Rand geschoben, andere Stilistiken progressiver Rockmusik nahmen weitestgehend seinen Platz ein. Natürlich haben Stücke von IL BALLETTO DI BRONZO, den NEW TROLLS, NUOVA IDEA oder THE TRIP auch den Anspruch, mit hardrockigen Momenten zu glänzen, aber dies sind stets nur Farbtupfer im Gesamtbild. Hier wird weiter ausgeholt in epischem Rahmen. Dass trotz der verschiedenen Sänger ein einheitliches Album entstanden ist, verdanken wir dem grandiosen Gitarrenspiel von Lucio Calegari und dem Keyboardspiel Apollo Negris, welche beide durch ihre Technik und ihren Ausdruck den Sound des Albums prägen. Spieltechnisch sind hier natürlich nur absolute Könner am Werk. Der Klang des Meisterwerkes ist natürlich recht frisch, aber doch erstaunlich natürlich und den Originalen angemessen. Einigen Originalen bin ich schon begegnet, so „Figure di cartone“ von meiner Italoprogpolepositionplatte „Uomo di pezza“ von LE ORME, bei der sogar der Originalsänger Aldo Tagliapietra das Mikro schwingt oder dem dunklen und geheimnisvollen „Zarathustra“ von MUSEO ROSENBACH, ebenfalls vom Originalsänger Stefano „Lupo“ Galifi (heuer bei den grandiosen Italoproggern IL TEMPIO DELLE CLESSIDRE aktiv) intoniert. Ein paar Stücke sind mir neu, viele hab ich aber bereits wahrgenommen. Und selbst für mich als eingefleischten 70s Proghasen ist das hier eine wahre Fundgrube, obschon ich die Bands oft kenne. Wer sich bisher noch gar nicht mit der Materia Italoprog beschäftigt hat, wird Bauklötze staunen, welch famose Kompositionen es aus diesem Bereich gegeben hat. Und glaubt mir, das hier ist nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs. Insgesamt ein wirklich tolles neues Album für die WICKED MINDS und eine ehrenhafte Würdigung der italienischen Progbands der 70er, ein Appetizer für zukünftige Fans, die gerne auf Entdeckungsreise gehen. Es lohnt sich.

Sir Lord Doom

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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