VA – Metal on metal II CD

15,50

Im Intro werden alle Stile mal kurz durchgenommen, die hier auf dem Sampler vertreten sind, dann dürfen die finnischen Speedkiller SOLITAIRE den Einstand mit einer eben sehr fetzigen und schnellen Nummer geben, die sich da „Shades after dark“ nennt und extra für diese Compilation aufgenommen wurde. Nun ja, die Gitarren sind rauh und schreien infernalisch, der Gesang von Mika ist ebenso wild wie charismatisch, er screamt hier wie ein Berserker und wird von der komplett entfesselten Instrumentalcrew mit Leidenschaft begleitet. SOLITAIRE dürfen hiernach gleich nochmal ran, dieses Mal mit einem Stampfer called „Exterminator“, welcher in der Strophe doch ein dreister Rip Off des alten OSMONDS Hits „Crazy horses“ darstellt, später ja noch von TANK adaptiert, an denen sich SOLITAIRE wohl orientieren. Nun, das ist im Heavy Metal Bereich aber nicht verwerflich, grad im Underground, wo es zum guten Ton gehört, auch mal eine Hommage an die eigenen Helden zu bringen und auf früheren Ideen fußende eigene Variationen zu bringen. Cool! FOREVER WINTER sind von mindestens einem Alben und diversen Singles und Split Veröffentlichungen im Underground bekannt und aufgrund ihres ruppigen Stils beliebt. Der Sänger hat eine tiefe, rauhe Bärenstimme, steht immer kurz vor dem Umkippen in den Nichtgesang hinein, schafft aber die Balance. Der Song ist mit einem eingängigen Refrain versehen, ansonsten mittelschneller, orthodoxer Heavy Metal, dem es trotzdem nicht an Identität mangelt. Doomzeit ist es nun, SPIRITUS MORTIS, die schon zwei Alben auf ihrem Habenkonto verbuchen können, spielen „RISE FROM HELL“ vom Debüt und „Leave me“ vom Zweitling, was ihnen hoffentlich etwas mehr Aufmerksamkeit beschert. Denn verdient haben sie es allemal. Ihr Doom ist mit Elementen klassischen Hardrocks durchsetzt, was bei den beiden ausgewählten Stücken allerdings nur am erdig – bluesigen Ausdruck des Sängers festgemacht werden kann, ansonsten dominiert mystisch – dunkler Lavasound, der allerdings nicht wenig eingängig und einprägsam ist. Geile Truppe, die man im Auge behalten sollte. BLOODY HELL, jo, sag ich jeden Morgen nach dem Aufstehen, wenn der Kater mich wieder belagert. Diese Finnen rumpeln schönen straighten Heavy Metal aus den Boxen, der zwar nicht absolut spektakulär ist, auch nicht über eine großartige Frische verfügt, in dieser rohen Demosoundversion jedoch Spaß macht. Mal schauen, wie sie sich entwickeln. WITCHTIGER um den steten Headbangers Open Air Gänger Immu sind vom gleichen Kaliber, allerdings mit weniger rumpeligem Sound. Netter, einfacher Heavy Metal von Fans für Fans, kommt von Herzen und sollte nicht an den Szenestandards gemessen werden. Ich finde es gut. Roh, blutig und schön fetzig bolzen sich danach SAMMOHAN durch zwei Demosongs, die einen guten Eindruck machen, denen aber noch der letzte Schliff zum Hit fehlt. Will sagen, es sind gute Einsteigersongs, die aber noch nicht das volle Potential der Band zeigen sollten. Man wird sehen, was sich hier tun kann, dem markigen Posing auf dem Bandfoto nach meinen es die Jungs ernst. Okay, Herr Honkonen und seine drei laufenden Projekte sind an der Reihe. Den Anfang macht MINOTAURI, seine Doomkapelle, die gerade für ihr neues Album ein Label suchen. Ihr Debüt auf Black Widow Records war ein absoluter Knaller und der Song „Satan in Man“ von der mit kultigem „Titten und Doommetalraritäten“ Cover ausgestatteten, gleichnamigen Single ist eine Hymne an die Langsamkeit und doch durch und durch METAL. MORNINGSTAR knacken uns das plakative, aber mitreißende „Fighters of metal“ um die Ohren, welches einen unheimlich räudigen 80er Charme offenbart und Lust auf ein neues Album der Finnen, „Finnish metal“ ist von 2004, macht. Schöne NWoBHM Soli, ein wenig urdeutsche Altstahlbrachialität und etwas Pathos hier und da, fertig ist der einfache, orthodoxe und doch frische Heavy Metal von MORNINGSTAR. Dann kommt eines von Aris neueren Babies, HEATHEN HOOF, mit denen er noch weiter zum NWoBHM vordringt. Auch hier wird man komplizierte Momente vergebens suchen, die Riffs sind erfüllt mit purer Magie, ein wenig verdreht und boshaft. „Modern inquisition“ hat was von den düstereren HOLOCAUST Stücken, abgesehen von Aris assigem Gegröhle, was aber gut passt. Geiles Solo, muß ich mal anmerken. Einprägsames Stück, das Spaß macht. Der Song war ja schon auf der längst wieder ausverkauften „The occult sessions“ EP drauf. „Heathen hoof“ ist ein hymnischer Song mit urtypisch britischen Harmonien, bei dem wieder nur der Gesang für eine andere Herkunft spricht. Der Refrain ist todgeil und heroisch, mit viel Pathos erfüllt, wobei man es der Band einfach abnimmt, was sie singt und wie sie es sing, ganz im Gegensatz zu den Pfeifen MANOWAR, die sich durch peinliches Gehabe und Aktionen entgegen dem Wohle ihrer Fans ins absolute AUS gespielt haben. FALL OF THE IDOLS erkennt man sofort am charismatisch schizophrenen Gesang ihres Frontmannes und ehemaligen Schlagzeugers Jyrki und den mehrstimmigen Refrainpassagen. Ihr Stück ist schwerfälliger, beschwörender Doom der ganz traditionellen Art, klingt aber frisch und unverbraucht, ist einfach erfüllt mit immenser Leidenschaft und einem starken Magiefluß. Die unwirkliche Atmosphäre der Gesangslinien gibt dem ansonsten doch eher geradlinig schleppenden Song einen sehr progressiven Ausdruck. Und noch zweimal wird es doomig, GARDEN OF WORM, eine talentierte Undergroundkapelle im MINOTAURI / REVEREND BIZARRE Stilfahrwasser schickt sich an, uns zwei Eigenkompositionen zu präsentieren. Man schleppt, walzt mittelschnell, verzögert dann wieder, immer mit betörenden Melodien bestückt, die sich explosionsartig in Deinem Gemüt ausbreiten und Dich gefangennehmen. Die Band sollte die nächste sein, die einen Deal mit einem guten Label bekommt. Die Lücke, welche die finnische Überdoomband hinterlassen hat, wird sich rasch wieder füllen, denn die anderen rücken nach und sind nicht minder talentiert, vielleicht nur nicht so durchgedreht wie die schrägen Pastoren. Egal, ich werde von dieser CD mit Hoffnung erfüllt, daß der finnische Metal sich von dem Schlag erholt, den ihm Stratovarius und die ganzen anderen Nichtmetaller verpasst haben. Es sieht ganz danach aus.

Sir Lord Doom

unveröff. Tracks von Solitaire, Spiritus Mortis, Minotauri, Heathen Hoof etc.

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CD

Zusätzliche Information

Gewicht 0.150 kg
Marke

0, 1

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