FISCHEL`S BEAST – Commencement CD

15,50

Nun, man fragt sich ja manchmal, ob eine Bandreunion ohne tragende Figuren noch Sinn macht. Bei den 80er Thrashern SENTINEL BEAST gab es diese hübsche Sängerin Debbie Gunn (noch immer dabei, etwas reifer, jedoch nicht minder lecker), die aber doch nur die zweite Geige gespielt haben dürfte, denn anhand der neuen CD von Barry Fischel und seinem FISCHEL’S BEAST ist rein kompositorisch sonnenklar, wer denn bei SENTINEL BEAST die Hosen angehabt hat (Debbie hätte sie auch gerne „aus“ gehabt haben dürfen, hrrhrr – der Verf.) (Dreckeliger Chauvinist – Tanja). Nun aber mal ernsthaft, die ultimative, infernalisch melodische Gitarrenpower, die von dieser CD verschossen wird, spricht Bände. Das hier ist rasender, wütender US Powermetal mit Hang zu knatterndem Speedmetal, der aber eine gewisse Derbheitsgrenze nicht überschreiten will. Thrash, wie noch in den 80ern, wird es hier nicht geben, aber darauf kommt es nicht an, denn Barry Fischels Melodiegespür ist so irrwitzig mitreißend, ohne dass er sich auf Innovationen beruft, die dem guten alten Speedmetal ohnehin nur schaden würden. Kaputtverbessern nennt sich sowas und hat schon manche absolut kultisch verehrte Band in den kompositorischen Ruin getrieben. FISCHEL’S BEAST sind vom Songwriting her einfach 1985 stehengeblieben, haben aber, sei es durch das Talent der Musiker oder pure Magie, eine Scheibe rausgekloppt, die absolut frisch und authentisch wirkt. Als hätten wir in der Tat erst 1985. Die Stücke sind meist flott, die Riffs haben dieses wütende, sehr leidenschaftliche Feeling, den infernalischen Klang eines gewaltigen Stromes viermotoriger Bomber, wie ich ihn immer wieder gerne herbeizitiere. Das ist nicht einfach stumpfes Aggrogemosche ohne Sinn, sondern pure, furiose Lust verbunden mit immenser Kreativität. Etwas, das die heutige Plastikderbmetalszene ja gar nicht mehr kennt. FISCHEL’S BEAST brodeln, kochen, dampfen und blubbern förmlich, so höllenmässig heiß sind ihre Melodien und so rasant sind ihre Songs. Ein paar verspieltere Momente bleiben nicht außen vor, na gut, meine Güte, warum sollten sie? Der Fluss der Stücke wird nicht beeinträchtigt, die Musik donnert und tost regelrecht auf Dich ein. Das Spiel der Musiker ist sehr explosiv und wild, dennoch kontrolliert dynamisch. Hier wird der Metal nicht einfach nur runtergezockt, hier wird er zelebriert. Für alle Fans von US Speedmetal der kalifornischen 80er Schule ist das hier eine Pflichtübung.
Sir Lord Doom

Artikelnummer: 16435 Kategorien: , Schlüsselworte: ,